3 Tipps für klimafreundlichere Finanzentscheidungen

Finanztipps

Seit einigen Jahren hängen unsere finanziellen Entscheidungen von weitaus mehr als nur dem besten Preis ab. Wir machen uns neuerdings Gedanken über ethisches Trading, nachhaltige (Geschäfts-)Praktiken und natürlich unseren Einfluss auf die Umwelt, insbesondere auf den Klimawandel.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie sich Ihre finanziellen Entscheidungen auf den Klimawandel auswirken?
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie sich Ihre finanziellen Entscheidungen auf den Klimawandel auswirken?

Die Klimakatastrophe ist in aller Munde. Dennoch ist vielen Verbrauchern nicht bewusst, dass auch ihre Finanzentscheidungen direkte Auswirkungen auf den Klimawandel haben. Kein Wunder! Schließlich ist es schwierig genug, Geld zu verdienen und zu entscheiden, wie, wann und wofür man es ausgibt bzw. worin man investiert. Eine weitere Variable in diesem Prozess verkompliziert diese Entscheidungen nur noch zusätzlich. Dennoch sollte jeder von uns verstehen, wie sich unsere finanziellen Entscheidungen auf den Klimawandel auswirken.

Wir haben drei Tipps für klimafreundliche Finanzentscheidungen für Sie zusammengestellt.

1. Treffen Sie clevere Anlageentscheidungen

Wenn Sie Ihr Geld für sich arbeiten lassen, muss dies nicht zwangsläufig auf Kosten der Umwelt geschehen. Grüne Infrastruktur und erneuerbare Energien sind nicht nur wertvoll für unsere Städte und die Natur – sie sind auch Teil eines wachsenden Sektors, in den Milliardenbeträge fließen. Indem Sie direkt in grüne und erneuerbare Energien investieren, reduzieren Sie nicht nur Ihren CO2-Fußabdruck, sondern diversifizieren gleichzeitig Ihr Portfolio.

Wenn Ihnen der Kauf von Einzelaktien von Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien zu unsicher ist oder Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, sind ESG-Fonds eine gute Einstiegsmöglichkeit. „ESG“ steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). In ESG-Fonds sind also Unternehmen vertreten, die bestimmte Umweltstandards erfüllen, und mit Ihrer Investition in diese Fonds leisten Sie somit einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel.

Mit Solaraktien können Sie Ihr Portfolio diversifizieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten
Mit Solaraktien können Sie Ihr Portfolio diversifizieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten

Wenn Sie es etwas konkreter mögen, könnten Einzelaktien aus dem Bereich erneuerbare Energien oder andere „grüne“ Aktien infrage kommen. Sie könnten beispielsweise Aktien von Energiekonzernen kaufen, die auf Solar-, Wasser- oder Windkraft spezialisiert sind. Breiter aufgestellt sind Sie mit einem Index auf erneuerbare Energien wie zum Beispiel dem European Renewable Energy Index (ERIX).

Doch selbst wenn Sie Ihr Geld nicht in grünen Aktien oder ESG-Fonds anlegen möchten, können Ihre Investment-Entscheidungen den Klimawandel beeinflussen: Sie leisten bereits einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung Ihres CO2-Fußabdrucks, wenn Sie nicht in Kohle-, Erdöl- und Gaskonzerne investieren.

2. Hinterfragen Sie die Finanzierungspraktiken Ihrer Bank

Kann ein Besuch in der Bankfiliale um die Ecke tatsächlich Auswirkungen auf unsere Umwelt haben? Leider schon. Denn mit dem Geld, das Sie von Ihrer Bank verwahren lassen, werden möglicherweise fossile Energieträger finanziert. Die größten Banken der Welt investieren weiterhin Milliarden in fossile Brennstoffe – jedes Jahr. Und das trotz der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015.

Immer noch investieren die meisten Großbanken Jahr für Jahr Unsummen in fossile Brennstoffe
Immer noch investieren die meisten Großbanken Jahr für Jahr Unsummen in fossile Brennstoffe

Zwar bemühen sich einige Großbanken, ihre Investitionen in Unternehmen, die am Lebenszyklus fossiler Brennstoffe beteiligt sind, zurückzufahren – andere wiederum überschwemmen den Markt für fossile Brennstoffe regelrecht mit Geld. 2020 stellte BNP Paribas 35,3 Mrd. Euro für fossile Energien bereit und erhöhte die Ausgaben in diesem Bereich damit um mehr als 40 % gegenüber 2019.  Die Deutsche Bank hingegen will spätestens ab 2025 keine Kohleprojekte mehr finanzieren

Erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte bei einer klimafreundlichen Bank. So verkleinern Sie nicht nur Ihren eigenen ökologischen Fußabdruck, sondern unterstützen auch den Ausstieg aus nicht erneuerbaren Energien.

3. Treffen Sie umweltfreundliche Entscheidungen im Alltag

Als Verbraucher hat jede Ihrer täglichen Entscheidungen Auswirkungen auf unsere Umwelt. Denn mit der Wahl Ihrer Lebensmittel, Ihrer Kleidung oder des genutzten Verkehrsmittels beeinflussen Sie immer auch den Klimawandel.

Jeden Tag entscheiden wir aufs Neue, was wir essen und trinken. Dass Einweg-Kunststoffflaschen und Dosen umweltschädlich sind, haben Sie sicher längst verinnerlicht. Doch diese Verpackungen sind nicht die einzigen Umweltsünden. Achten Sie beispielsweise auch auf eine nachhaltige Ernährung: Mit dem Verzehr von Bohnen und anderen regional angebauten Bio-Gemüsesorten leisten Sie einen Beitrag zur Reduzierung von Pestiziden und Chemikalien, Transportenergie und Abfall. Und Sie sollten stark verarbeitete Lebensmittel meiden, denn die Verarbeitungsprozesse belasten die Umwelt.

Auf den ersten Blick scheint Kleidung keine große Rolle für die weltweiten Kohlendioxidemissionen zu spielen. Tatsächlich aber ist die Bekleidungsindustrie für rund 10 % des gesamten jährlichen Kohlendioxidausstoßes weltweit verantwortlich. In der Bekleidungsherstellung werden häufig synthetische Materialien und Farbstoffe eingesetzt, die unsere Umwelt belasten. Hinzu kommen komplexe Lieferketten und die Tatsache, dass die meisten Kleidungsstücke keineswegs biologisch abbaubar sind. Treffen Sie als Verbraucher umweltbewusste Entscheidungen, indem Sie Kleidung nachhaltiger Labels kaufen und ausgemusterte Kleidungsstücke weiterverwenden oder recyceln.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln Sie oft günstiger und umweltfreundlicher
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln Sie oft günstiger und umweltfreundlicher

Auch die tagtäglich von uns gewählten Verkehrsmittel beeinflussen den Klimawandel. Im Idealfall laufen Sie zur Arbeit oder fahren mit dem Rad – dann fallen für Ihren täglichen Arbeitsweg gar keine Schadstoffemissionen an. Ist der Arbeitsweg zu lang, sind öffentliche Verkehrsmittel eine hervorragende Alternative. Sie können nicht auf Ihr Auto verzichten? Elektrofahrzeuge sind umweltfreundlicher als Autos mit Verbrennungsmotor und werden seit einigen Jahren immer beliebter. Und wer noch mit Verbrennungsmotor unterwegs ist, kann vielleicht Fahrgemeinschaften mit Kollegen bilden. In manchen Fällen sind die umweltfreundlicheren Verkehrsmittel dazu noch die kostengünstigeren.

Das eigene Bewusstsein schärfen

Der Kampf gegen die Klimakatastrophe erfordert tagtäglich unser Engagement. Wir sollten uns daher bewusst machen, dass auch unsere finanziellen Entscheidungen den Klimawandel beeinflussen. Selbst scheinbar nebensächliche Entscheidungen wie das Einzahlen von Geld bei der Bank oder der Kauf einer neuen Jeans können in der Summe verheerende Konsequenzen für unsere Umwelt haben.

Überdenken Sie Ihre täglichen Finanzentscheidungen und führen Sie sich die damit verbundenen Umweltauswirkungen vor Augen. Diese Sichtweise wird Ihnen helfen, bewusstere Entscheidungen für eine grünere, bessere und lebenswertere Zukunft zu treffen.