6 typische Anfängerfehler beim Investieren und wie sie sich vermeiden lassen

Finanztipps

Fehler zu machen, ist menschlich, und das gilt für alle Bereiche des Lebens: Beziehungen, Familie, Arbeit und auch Finanzen. Aber das bedeutet nicht, dass man nicht aus seinen Fehlern lernen kann oder sie nicht vermeiden kann, indem man aus den Fehlern anderer lernt.

Wir haben sechs typische Anfängerfehler beim Investieren zusammengestellt, damit Sie es besser machen können:

1. Alle Eier in einen Korb legen

Als Anfänger ist es normal, dass man sich nach Empfehlungen von Freunden oder Influencern im Internet richtet. Man weiß noch nicht viel über die verschiedenen Anlageklassen und unterschiedlichen Plattformen, und könnte versucht sein, das gesamte Geld in eine Anlage zu stecken (also „alle Eier in einen Korb zu legen“). Aber das kann sich als Fehler herausstellen. Denn Diversifizierung ist wichtig, um beim Investieren die Risiken so klein wie möglich zu halten.

Gut diversifizierte Portfolios erzielen in der Regel im Durchschnitt langfristig höhere Renditen und bringen geringere Risiken für den Investor mit sich. Und wer will das nicht?

Keine gute Strategie
Keine gute Strategie

2. Alles investieren

Ein häufiger Ratschlag von Experten: nur das Geld zu investieren, das man sich im Notfall auch leisten kann zu verlieren.

Frischgebackene Investoren können schnell in Versuchung geraten, größere Summen zu investieren, wenn sich die Rendite gerade positiv entwickelt. Das ist vor allem dann verständlich, wenn ihr Geld bisher ohne nennenswerten Ertrag auf einem Bankkonto gelegen hat.

Wir wissen, dass sich Gefühle stark auf unsere Entscheidungen auswirken. Wenn sich also erstmal das Gefühl „Jetzt verdiene ich endlich Geld“ bei Investorneulingen breit gemacht hat, investieren sie daraufhin vielleicht das gesamte verfügbare Geld in diese Anlage.

Stattdessen sollten sie lieber Vorsicht walten lassen, alle für sie interessanten Investitionsoptionen genau prüfen, die Risiken abwägen und dann planen und die ersten Schritte gehen. Eile ist hier nicht angebracht, sondern ein ruhiges Abwägen im eigenen Tempo, damit dann eine gut durchdachte Entscheidung getroffen werden kann.

3. Kein Plan

Manche Investitions-Newcomer investieren ihr Geld irgendwo und sehen dann nie wieder nach, beschäftigen sich nicht näher mit der Anlage und schichten ihr Geld nie um. Sie verlieren ihr Erspartes aus den Augen und wissen weder genau, was damit geschieht, noch verfolgen sie eine bestimmte Strategie.

Das Gegenmodell: ein Finanzplan. Wie stark möchten Sie Ihr Portfolio diversifizieren und in welchem Zeitrahmen? Wie viel möchten Sie investieren oder verdienen? Welchen Betrag möchten Sie monatlich anlegen? Wie oft sollten Sie die Investitionen prüfen und das Portfolio eventuell umschichten? Möchten Sie langfristig oder kurzfristig Gewinne erzielen?

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Investitions- und Finanzplan aufzustellen, aber selbst, wenn Sie nur ein paar grobe Daten auf einen Zettel schreiben, ist es besser, als gar keinen Plan zu haben. So ein Plan ist wie eine Karte, die Ihnen den Weg zu Ihrem Traumziel zeigt.

Pläne zeigen den Weg zum Ziel auf
Pläne zeigen den Weg zum Ziel auf

4. Keine sorgfältige Prüfung

Jeder kann Opfer von „Angeboten“ werden, die zu gut sind, um wahr zu sein, aber vor allem Investordebütanten tappen schnell in diese Falle.

Nicht vergessen: Bei allen Anlageformen bestehen Risiken. Man sollte sie kennen, um zu wissen, auf was man sich einlässt. Wenn jemand Investitionen „ohne Risiko“ oder mit „null Risiko“ anpreist, sollten Sie sich schleunigst aus dem Staub machen. Auch gigantische Renditen sollten sehr skeptisch machen.

Stattdessen sollten Sie sich über die Plattform oder Anlageform in Ruhe informieren, die Funktionsweise verstehen, sich Online-Bewertungen angucken und niemals auf Angebote hereinfallen, die einfach zu gut sind, um wahr zu sein. Empfehlungen von Bloggern/Influencern/Freunden sind gute Ausgangspunkte, aber Sie sollten ihnen niemals blind folgen – nehmen Sie sich Zeit für eine eigene sorgfältige Prüfung.

5. Unrealistische Erwartungen

Wenn Sie die Welt der Investitionen neu entdecken, sehen, wie sich Ihr Geld vermehrt, und sich das erste Mal des Zinseszinseffekts bewusst werden, ist es ganz klar, dass Sie hohe Erwartungen entwickeln. Das ist ok. Aber: Durch Geldanlagen wird kaum jemand schnell reich.

Wenn schneller Reichtum Ihr Ziel ist, werden Sie sehr wahrscheinlich daran scheitern. Entwickeln Sie stattdessen realistische Erwartungen, schreiben Sie sich diese Ziele in Zahlenform auf, erstellen Sie einen langfristigen Investitionsplan und halten Sie sich daran. Ändern Sie ihn nur, wenn es wirklich notwendig wird.

Wenn Sie nur auf eine schnelle Rendite aus sind, kann Folgendes passieren:

  • Sie fallen auf zwielichtige Angebote herein.
  • Sie riskieren zu schnell zu viel.

In beiden Fällen können Sie am Ende Ihr gesamtes Geld verlieren. Seien Sie also vorsichtig und verwechseln Sie Geldanlagen nicht mit einem Lotteriegewinn.

Realistische Erwartungen sind wichtig
Realistische Erwartungen sind wichtig

6. Unüberlegte Entscheidungen

Wenn wir gestresst, besorgt oder aufgeregt sind, fühlen und denken wir anders und treffen auch andere Entscheidungen. Solche Emotionen können sich auf unseren Umgang mit Geld auswirken und zu irrationalen, unüberlegten Entscheidungen führen.

Treffen Sie Entscheidungen stattdessen in Ruhe und auf der Basis von Informationen – nicht Emotionen – und ziehen Sie falls erforderlich einen Finanzberater hinzu.


Jetzt kennen Sie die sechs häufigsten Fehler von Investorneulingen und wissen, wie Sie sie vermeiden können. Informieren Sie sich, stellen Sie einen Plan auf, und treffen Sie keine übereilten oder unüberlegten Entscheidungen. Mit einem klaren Kopf kommen Sie eher zum Erfolg!