7 Möglichkeiten, eine vertrauenswürdige Investitionsplattform zu erkennen

Finanztipps

Investieren ist heute so einfach wie nie. Viele neue Plattformen sind in den letzten Jahren entstanden. Davon bieten einige Investitionsmöglichkeiten, die vorher nur Investoren mit viel Geld oder viel Expertise vorbehalten waren.

Es gibt heute automatische Lösungen, Investments-Bots, „Klicken-und-Ziehen“-Systeme und komplexe Dashboards für verschiedene Anlagen, die allen Investoren zur Verfügung stehen. Aber angesichts der vielen Optionen und des großen Interesses rund um diese Plattformen können wir schnell vergessen, dass jede Investition verbunden ist mit… Risiken.

Wie lässt sich das Risiko beim Investieren auf einer bestimmten Plattform einschätzen? Wie können Sie wissen, ob Sie einer Investitionsmöglichkeit vertrauen sollten? Hier sind 7 Möglichkeiten, eine vertrauenswürdige Investitionsplattform zu erkennen:

Der möglichen Risiken sollte man sich immer bewusst sein
Der möglichen Risiken sollte man sich immer bewusst sein

1. Gibt es sie schon lange?

Alle Investitionsplattformen waren irgendwann mal neu. Nicht alle neuen Plattformen sind daher schlecht, aber solche, die schon eine solide Erfolgsbilanz aufzuweisen haben, bieten tendenziell eine höhere Sicherheit. Recherchieren Sie vor dem Investieren, wann die Plattform gestartet wurde, und schauen Sie sich ihre bisherige Performance an. Zum Beispiel: Gab es sie schon zur Finanzkrise 2008 und hat sie diese gut gemeistert? Wie stand es um ihre Performance und Transparenz während der Corona-Krise? Das sind gute Parameter zur Krisenbewältigung, aus denen Sie ablesen können, wie gut die Plattform für schwierige Zeiten gewappnet ist.

2. Pflegt sie eine Politik der offenen Daten?

Transparenz ist alles. Wenn jemand Tatsachen vor Ihnen verbirgt, werden Sie skeptisch und beginnen, dieser Person zu misstrauen. Das Gleiche gilt für Investitionsplattformen.

Wenn eine Plattform keine Möglichkeit bietet, aktuelle Zahlen ganz einfach einzusehen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Grund gibt, wieso die Zahlen nicht veröffentlicht werden. Sie kennen sicher das Sprichwort „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.“

Prüfen Sie nach, ob die Plattform eine öffentliche Seite mit Statistiken hat und ob Zusammenfassungen dieser Daten proaktiv für die Kunden veröffentlicht werden, zum Beispiel in Blog-Posts, in denen die wichtigsten Kennzahlen detailliert behandelt werden.

Extra-Tipp: Tritt der CEO häufig öffentlich in Erscheinung? Veröffentlicht die Plattform in unsicheren Zeiten Antworten auf schwierige Fragen? Wenn die Antwort auf beide Fragen „Nein“ heißt, sollte das schon mal ein Warnsignal sein.

Transparenz ist wichtig, um einer Investitionsplattform vertrauen zu können
Transparenz ist wichtig, um einer Investitionsplattform vertrauen zu können

3. Was sagen andere über sie?

Bewertungen sind die Onlineversion von Mund-zu-Mund-Propaganda. Und auf vertrauenswürdigen Bewertungsplattformen lassen sich seriöse Meinungen von echten Kunden finden. Trustpilot ist z. B. eine bekannte und vertrauenswürdige europäische Website für Kundenbewertungen. Hier oder auf anderen Bewertungs-Websites können Sie nach der betreffenden Investitionsplattform suchen und nachlesen, was andere Nutzer Positives oder Negatives darüber zu berichten haben.

Es ist auch gut, die Meinung der Community gegenüber der Plattform zu kennen. Die Erfahrungen und Meinungen anderer können Sie in Blogs nachlesen oder sich Videos unterschiedlicher Kanäle ansehen. Die Auseinandersetzung mit den Meinungen anderer Personen kann Ihnen bei der eigenen Einschätzung helfen.

Sehen Sie sich auch in Onlineforen um, in denen sich echte Menschen über echte Erfahrungen austauschen. Googeln Sie einfach den Namen der Plattform + „Forum“ und lesen Sie nach, was andere berichten.

4. Wer ist im Führungsteam?

Wissen Sie, wer der oder die CEO des Unternehmens ist? Falls nicht, finden Sie leicht Informationen über das Führungsteam?

Probleme bei Online-Investitionen haben dieses Thema in jüngster Zeit näher in den Fokus gerückt. Wenn nicht für alle klar ist, wer verantwortlich ist, ist das ein starkes Warnsignal. Denken Sie darüber nach: Warum sollte man die Inhaber oder Geschäftsführer eines Unternehmens verbergen, wenn mit dem Unternehmen alles in Ordnung ist?

Googeln Sie also ruhig mal nach dem Führungsteam. Finden Sie sie irgendwo? Haben die Personen echte Profile auf LinkedIn? Sind sie schon lange bei dem Unternehmen oder erst vor Kurzem dabei, um „Feuer zu löschen“? Finden Sie Interviews mit seriösen Zeitungen, Blogs, Kanälen? Falls nicht, sollte das ein weiteres Warnsignal sein.

5. Wirken die Finanzen solide?

Es liegt auf der Hand: Unternehmen in schwierigen finanziellen Lagen können sich wahrscheinlich nicht lange halten. Viele neue Start-ups jedoch haben jahrelang Verluste, bis sie groß genug sind, um profitabel zu sein. Diese Analyse kann also potenziell subjektiv sein, aber manche Fakten sollten nicht leichtfertig außer Acht gelassen werden (siehe zum Beispiel Wirecard).

Vor dem Investieren sollten Sie also recherchieren, wie solide das Unternehmen finanziell aufgestellt ist. Hat es genug Kapital? War es in den letzten Jahren profitabel? Veröffentlicht es seine finanziellen Ergebnisse? Wie viel Schulden und Vermögenswerte hat es? Werden Leute entlassen, um Kosten zu senken, oder werden neue Leute eingestellt? Wenn die Finanzen des Unternehmens nicht solide wirken, ist es wahrscheinlich besser, wenn Sie woanders investieren.

6. Denken Sie immer daran: Keine Investition ist ohne Risiko

Seien Sie auf der Hut bei Versprechen, die zu gut sind, um wahr zu sein. Wenn das Unternehmen gigantische Renditen bei einem „geringen Risiko“ verspricht, seien Sie skeptisch. Alle Investitionen bergen eine Art von Risiko, und Sie sollten hellhörig werden, wenn „null Risiken“ oder „Garantien“ versprochen werden.

Wird erklärt, welche Risiken bestehen? Wird erklärt, wie genau die Garantien funktionieren, und können diese Garantieversprechen untermauert werden? Sind die Risikoerklärungen klar formuliert und einfach für die Investoren zu finden?

Wenn etwas zu gut ist, um wahr zu sein, sollten Sie Ihre eigenen Schlüsse ziehen
Wenn etwas zu gut ist, um wahr zu sein, sollten Sie Ihre eigenen Schlüsse ziehen

7. Welcher Support wird angeboten?

Automatisierte Supportcenter und KI-gestützte FAQs sind eine tolle Sache und können für Investoren eine große Hilfe sein. Es wird aber immer Fälle geben, bei denen eine spezielle Unterstützung nötig ist, also ein schlichter Link zu einem Supportartikel nicht ausreicht. Haben Sie für diese Fälle einen Ansprechpartner, eine echte Person? Gibt es also ein Supportteam, mit dem Sie reden können? Oder werden Sie einfach nur zu Bots und statischen Seiten weitergeleitet, ohne dass Sie persönliche Hilfe für Ihre Probleme erhalten?

Das ist ein weiteres starkes Warnsignal. Sie möchten schließlich nicht auf persönliche Unterstützung verzichten, wenn eine Abhebung fehlschlägt oder Sie die Zahlen in Ihrem Portfolio nicht einordnen können.

Fazit:

Stellen Sie Ihre eigenen Recherchen an, bevor Sie irgendwo investieren:

  • Lesen Sie die Bewertungen und Meinungen anderer Investoren
  • Prüfen Sie, wer im Führungsteam ist und ob es diese Personen wirklich gibt
  • Finden Sie heraus, ob es ein etabliertes Unternehmen oder ein Start-up ist
  • Suchen Sie nach Statistiken, die das Unternehmen selbst veröffentlicht hat
  • Sind die Versprechen zu gut, um wahr zu sein?
  • Suchen Sie nach den Finanzberichten des Unternehmens
  • Gibt es persönliche Ansprechpartner beim Support für den Fall, dass es nötig wird?

Wenn Sie diese Punkte als Leitlinien befolgen, können Sie eine fundierte Entscheidung zu einer Investitionsplattform treffen und relativ beruhigt sein, dass Ihr Geld sicher ist und für Sie arbeitet. In diesem Sinne, viel Spaß beim Investieren!