Diese Fintech-News sollten Sie kennen

Finanztipps

Sehen wir uns heute all die großen Schlagzeilen in der Fintech-Welt an. Die deutsche Challenger-Bank N26 wächst weiter, Stripe und Klarna gehen eine Partnerschaft ein, die ihren Einfluss im Bereich Onlinezahlungen festig, und das Justizministerium der USA nimmt die Kreditkartenfirma Visa ins Visier. Lesen Sie hier die neuesten Nachrichten aus dem Fintech-Sektor:

In den USA laufen Ermittlungen gegen Visa

Die Geschäftsbeziehungen von Visa mit Fintech-Unternehmen werden in Frage gestellt.
Die Geschäftsbeziehungen von Visa mit Fintech-Unternehmen werden in Frage gestellt.

Das Zahlungsabwicklungsunternehmen ist wegen seiner Geschäftsbeziehungen zu Fintech-Unternehmen unter Beschuss des Justizministeriums der USA geraten, das kartellrechtliche Bedenken anführt. Aufsichtsbehörden und Ermittler untersuchen nun, wie Visa mit Unternehmen wie Square, Stripe und PayPal zusammenarbeitet, um zu prüfen, ob es Aktivitäten gibt, die diese Geschäftsbeziehungen als Monopolbildung innerhalb der Branche einstufen würden.

Die Untersuchung beruht offensichtlich auf Anreizen, die Visa Fintech-Unternehmen bietet, um den Großteil der Transaktionen über das Zahlungsnetzwerk abzuwickeln. Infolgedessen kann es für Fintech-Unternehmen schwieriger sein, andere Kartennetzwerke wie MasterCard und American Express zu nutzen.

Dies ist ein Bereich, wo Blockchain-Lösungen für ein Durcheinander in der Finanzwelt sorgen. Durch die Abwicklung von Zahlungen über verteilte Netzwerke können Fintech-Unternehmen Visa und andere Zahlungsabwicklungsunternehmen gänzlich unterlaufen.

Nubank strebt Börsengang an

Wie weit kann Brasiliens größtes Fintech-Unternehmen gehen?
Wie weit kann Brasiliens größtes Fintech-Unternehmen gehen?

Mit der Unterstützung von großen Investmentunternehmen wie Berkshire Hathaway hat das brasilianische Fintech-Unternehmen Nubank seine Absichten verkündet, an die Börse in New York zu gehen, mit einer Bewertung, die 50 Milliarden USD überschreiten könnte. Das Unternehmen bietet seinen mehr als 40 Millionen Kunden in Lateinamerika optimierte Banking-Dienstleistungen und niedrige Gebühren – zwei Aspekte, die in einer Region mit langsameren technologischen und finanziellen Fortschritten im Vergleich zu vielen anderen Teilen der Welt willkommen sind. Heute gilt das Unternehmen als die zweitgrößte digitale Bank der Welt. Nach dem ersten Jahr mit Rentabilität hofft Nubank nun, dass dieser Börsengang dem Unternehmen zu mehr Bekanntheit und Wachstum verhelfen wird.

Laut einer Presseerklärung von Nu Holdings Ltd. (die Muttergesellschaft von Nubank) sollen Anteile des Unternehmens sowohl an Börsen in den USA als auch in Brasilien verkauft werden:

„Der geplante Börsengang umfasst (i) die Registrierung und Börseneinführung von Stammaktien der Klasse A in den Vereinigten Staaten; (ii) die Registrierung und Zulassung zur Verhandlung eines Programms von Brazilian Depositary Receipts (BDRs) in Brasilien; und (iii) die Registrierung eines Börsengangs für den Vertrieb von BDRs in Brasilien, die einen Bruchteil der Stammaktien der Klasse A darstellen.“

N26 wächst weiterhin

Die Kunden von N26 profitieren weiterhin von niedrigen Gebühren und einem starken Kundenservice.
Die Kunden von N26 profitieren weiterhin von niedrigen Gebühren und einem starken Kundenservice.

Die deutsche Challenger-Bank fordert nicht nur die herkömmlichen Banken heraus, sie entwickelt sich zunehmend zu einer ernstzunehmenden Größe. Als N26 vor Kurzem seine Finanzierungsrunde in Höhe von 900 Millionen USD verkündete, wurde das Unternehmen mit 9 Milliarden USD bewertet, was es zu der zweitgrößten Bank mit Sitz in Deutschland macht.

Bei einer derart hohen Bewertung fragen sich viele, ob das Unternehmen einen Börsengang in der Zukunft anstrebt. Co-CEO Maximilian Tayenthal hat über dieses Thema nachgedacht, denkt aber nicht, dass dies in der nahen Zukunft geschieht.

Wir haben es nicht eilig, an die Börse zu gehen … Mit der Steigerung der Profitabilität, den Mitteln, die wir jetzt einwerben, ist wirklich jeglicher Zeitdruck beseitigt.“

Allerdings ist nicht jeder vom Wachstum der Bank begeistert. Aufsichtsbehörden in der EU begrenzen jetzt Neuanmeldungen bei N26 auf 70.000 pro Monat und fordern die Challenger-Bank auf, seine internen Kontrollen für einen besseren Schutz seiner Kunden zu verbessern. Dies folgt unmittelbar den Nachrichten im September, dass N26 Strafen in Höhe von 4,25 Millionen € zahlen musste, da Berichte zu verdächtigen Aktivitäten verspätet eingereicht wurden – ein absolutes No-Go im Hinblick auf die Antigeldwäsche-Richtlinien in der EU.

Die Fintech-Kauffinanzierung übersteigt die Erwartungen

Immer mehr Verbraucher nutzen die Finanzierung von Einkäufen – von Bekleidung bis hin zu Sportgeräten.
Immer mehr Verbraucher nutzen die Finanzierung von Einkäufen – von Bekleidung bis hin zu Sportgeräten.

Fintech hat die Welt des Online-Shoppings so weit vorangebracht, dass auf vielen Websites jetzt Optionen zum sofortigen Kauf und für die Zahlung in Raten integriert sind. Die neueste Partnerschaft zwischen zwei Fintech-Riesen, Stripe and Klarna, sollte diese Produktangebote nur noch steigern.

Koen Koppen, CTO bei Klarna, freut sich über die Partnerschaft: „Zusammen mit Stripe werden wir ein wahrer Wachstumspartner für unsere Einzelhändler aller Größe sein und es ihnen ermöglichen, ihren unternehmerischen Erfolg über unsere gemeinsamen Dienstleistungen zu maximieren.“

Die vielleicht noch größere Story hinsichtlich verzögerter Finanzierung ist, dass Affirm Holdings Gewinnerwartungen übertroffen hat und das daraufhin seine Aktien stiegen. Affirm verzeichnet Quartalsumsätze in Höhe von 269,4 Millionen USD, ein Anstieg von 55 % gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Amazon an, mit dem Ziel, dass Affirm schon in naher Zukunft als Zahlungsoption auf der E-Commerce-Plattform verfügbar sein wird.