Wenn Sie in einer europäischen Großstadt leben, sind Sie den E-Tretrollern oder E-Scootern wahrscheinlich schon begegnet. Vielleicht haben Sie selbst sogar bereits einen verwendet, um von der Arbeit nach Hause zu fahren oder eine fremde Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Scooter-Sharing-Programme gibt es überall, wo man hinsieht, und mittlerweile sind sie zum bevorzugten Verkehrsmittel in städtischen Gebieten auf der ganzen Welt geworden.

Electric scooter

Diese neue Form des Transports wird besonders für die Städte immer attraktiver, die versuchen, ihre Straßen zu entlasten und den Verkehr und die Umweltverschmutzung zu reduzieren. Allerdings zahlt auch die Stadt ihren Preis, da die beliebten elektroischen Tretroller oft auf Gehwegen und Fußgängerbrücken für Chaos sorgen. Da die Scooter immer allgegenwärtiger werden, wird es an den Städten liegen, einen Weg zu finden, diese neuen Verkehrsmittel sicher und effektiv zu integrieren.

Wie alles begann

In städtischen Gebieten war der Verkehr schon immer entweder teuer, oder langsam und mühsam. Öffentliche Verkehrsmittel sind zwar preiswert, können aber ein Problem darstellen, und die Fahrt mit dem Taxi ist für viele Menschen nicht rentabel. Carsharing-Apps wie Uber und Lyft waren die Ersten, die den städtischen Verkehr stark beeinflussten und ein Peer-to-Peer-Netzwerk von Mitfahrgelegenheiten boten, das darauf abzielte, die Preise für den Transport in städtischen Gebieten zu senken.

Mit der Idee, Mitfahrgelegenheiten zu umgehen und Staus auf den Straßen trotzdem zu verringern, starteten mehrere Unternehmen Programme zur gemeinsamen Nutzung von Fahrrädern, bei denen die Fahrer an jedem Bahnhof in der Stadt Fahrräder abholen und wieder abgeben konnten, wobei sie nur für die Zeit bezahlten, die sie die Bikes genutzt hatten. Unternehmen wie Citi Bike und YouBike haben sich einen Namen gemacht, indem sie Fahrräder für Stadtbewohner und Reisende anbieten. Es gibt nun sogar Unternehmen, die Dienstleistungen für Unternehmen und Gemeinden anbieten, die ihre eigenen personalisierten, Fahrrad-Sharing-Services anbieten möchten.

Da die Carsharing- und Bike-Sharing-Märkte voll gesättigt waren, bestand Bedarf an Transportmöglichkeiten, die die Straßen der Stadt nicht wie Autos verstopften, und auch einfacher und schneller zu bedienen waren als Fahrräder. Dieser Mangel führte zur Entstehung von Elektroroller-Sharing. Elektroroller imitieren die Funktion von traditionellen Fahrrädern, außer dass sie es den Benutzern ermöglichen, in einem Bruchteil der Zeit an ihr Ziel zu kommen. Gleichzeitig halten sie Autos von den Straßen fern, dämmen Verkehrsüberlastung in den Städten ein und reduzieren die Umweltbelastung.

Der Wettbewerb ist hart

Auch wenn das Scooter-Sharing relativ neu ist, gibt es bereits mehrere große Akteure, die daran arbeiten, zum globalen Standard zu werden. Bird, der größte Scooter-Sharing-Dienst in den Vereinigten Staaten, bereitet sich auf den Start in mehr als 50 europäischen Städten vor. Das Unternehmen wird mit mehr als 400 Millionen Dollar an Finanzmitteln unterstützt, um seine Geschäftstätigkeit auszubauen.

Scooter sharing

Der andere Hauptakteur auf dem Markt, Lime, hat bereits 765 Millionen Dollar an Finanzierung von großen Risikokapitalfonds wie Bain Capital Ventures eingesammelt. Lime ist hauptsächlich auf die Ostküste der Vereinigten Staaten konzentriert, hat aber auch Roller in mehreren Ländern in ganz Europa, wie Österreich, Frankreich, Finnland und Deutschland, nur um einige zu nennen. Das Unternehmen erkennt die Mängel innerhalb der Roller-Vermietungsbranche und hat zur Einrichtung eines Sicherheitsbeirats beigetragen.

Diese neue Modeerscheinung ist so beliebt, dass sogar Carsharing-Firmen mitmischen wollen. Bolt, ein Uber-ähnlicher Mitfahrdienst aus Estland, hat kürzlich einen Scooter-Sharing-Service in Paris und Madrid eingeführt. Ziel ist es, so Mitbegründer Markus Villig, die Reiseeffizienz zu steigern. „Die Überwindung des Verkehrs ist ein großes Problem in Städten wie Madrid, und viele Fahrten werden viel effizienter mit einem E-Scooter durchgeführt als mit einem Auto mit Fahrer“, sagte Villig.

Cityscoot ist einer der größten Anbieter auf dem europäischen Markt. Das Unternehmen hat sich im Gegensatz zu vielen Konkurrenten mehr auf E-Roller spezialisiert, auf die man sich setzen kann. Nachdem Cityscoot im vergangenen Jahr 40 Millionen Euro eingesammelt hat, wird es seine Aktivitäten außerhalb seiner derzeitigen Standorte Paris, Nizza, Mailand und Rom ausbauen.

VOI aus Schweden ist ein weiterer in Europa beheimateter Wettbewerber in diesem überfüllten Markt. Mit seinen E-Scootern will das Unternehmen 150 europäische Städte erobern. VOI hat bereits einige Erfolge erzielt und seit seiner Gründung 2 Millionen Fahrten von Kunden erreicht. Tier, ein in Berlin ansässiger Anbieter, hat Ende letzten Jahres in einer Finanzierungsrunde 25 Millionen Euro aufgebracht.

Dies sind nur einige der Akteure in einem Markt, der täglich größer wird. Allerdings müssen Neueinsteiger mit Geld ausgestattet werden, um ihre Aktivitäten und Beziehungen in den Städten über ganz Europa zu finanzieren, um erstklassige Immobilien für die Kundengewinnung zu bekommen.

Reduzierung der Umweltbelastung

Vielleicht ist der größte Vorteil von E-Scootern gegenüber traditionelleren Verkehrsmitteln derjenige der Schadstoffreduzierung. Ein Elektroroller kann schätzungsweise 80 Meilen mit einer Kilowattstunde Energie zurücklegen, verglichen mit einer Meile Fahrt mit einem herkömmlichen Auto. Mit jedem weiteren Auto, dass sie auf der Straße eliminieren, verringern elektronische Tretroller die CO2-Emissionen und helfen, das Gleichgewicht auf der Erde wiederherzustellen.

Reducing Pollution

Ein weiterer großer Vorteil dieses neuen Verkehrsmittels ist die Entlastung der Straßen. Großstädte auf der ganzen Welt sind von furchtbarem Verkehr geplagt, der die Fortbewegung erschwert. E-Scooter, insbesondere die Stand-up-Variante, ermöglichen mehr Verkehr auf Fahrradwegen und Bürgersteigen, entlasten überfüllte Stadtstraßen und beugen so Staus vor.

Die Roller sorgen in den Großstädten für eine weitere touristische Attraktion, denn die Touristen können leicht auf einen Roller steigen und eine geführte oder selbstständige Tour durch die Stadt machen. Schnell und einfach, ohne für einen teuren Mietwagen bezahlen zu müssen. Dies hat innerhalb der Tourismusbranche eine völlig neue Unterkategorie von Touren mit E-Scootern geschaffen, die mit dieser neuen Form des Transports an Popularität gewinnen wird.

Eine neue Art von Verkehrsstaus

Während die Scooter die Staus auf den Straßen verringern, verlagern sie sie leider auf die Gehwege. Die Fußgänger beschweren sich über den massiven Zufluss von Steh-Rollern, der für diejenigen, die auf dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind, gefährlich sind, da sie sich den Weg in und aus dem Verkehr über den Bürgersteig bahnen müssen.

So können die Scooter sogar im abgestellten Zustand ein Stauproblem verursachen, wenn sie bei Nichtgebrauch die Wege behindern. In Paris gibt es schätzungsweise 15.000 Roller auf der Straße, was regelmäßig zu überfüllten Bürgersteigen führt. Dies hat dazu geführt, dass sich Unternehmen gebildet haben, die Rollern Strafzettel geben und die Zweiräder sogar in Besitz nehmen, wenn sie unbeaufsichtigt bleiben.

Es fehlt an klaren Regelungen für diese neuen Verkehrsmittel, was sie in den Köpfen vieler Menschen zum Wildwest-Transport macht. Motivationsredner Alex Montoya, der drei Gelenkprothesen trägt, sagt: „Ich bin mehrmals fast umgefahren worden … Wir versuchen nicht, die Scooter zu eliminieren. Wir versuchen sicherzustellen, dass die Leute sie verantwortungsbewusst benutzen.“ Solche Sicherheitsbedenken sind sehr real. Der jüngste Tod eines britischen YouTube-Stars auf einem Elektro-Stehroller stellt die Sicherheit dieser Fahrzeuge in den verstopften Städten infrage.

Städte laden inzwischen Rollerfirmen vor, angefangen wegen des Versäumnisses, Informationsbroschüren an den Rollern anzubringen, bis hin wegen des Betriebs außerhalb ihrer lizenzierten Zone. Es gibt sogar Sachpfänder, die jene Roller, die gegen die Vorschriften verstoßen, in Besitz nehmen und Lösegeld für sie fordern.

In der Zukunft wird es mehr Regulierungen geben

Wenn die Roller noch häufiger und beliebter werden, könnten die Städte noch weitere Maßnahmen ergreifen, um sie willkommen zu heißen. Eine davon wäre die Vergrößerung und Vermehrung der Fahrradwege. Viele glauben, dass der uneingeschränkte Zugang der Scooter zu Fahrradwegen die Verkehrsüberlastung verringern könnte und eine angemessenere Aufteilung der Straßen für den Verkehrsfluss schaffen würde. Das bereits erwähnte E-Scooter-Start-up Bird bot sogar an, einen Zuschuss für Fahrradwege zu zahlen, um einen sicheren Platz für Rollerfahrer zu schaffen.

Dies könnte zu einer Verschärfung der Regulierung rund um die Fahrzeuge führen, was ein notwendiger Schritt ist, um die Sicherheit für alle auf der Straße zu gewährleisten. Eine solche Regulierung könnte den Markteintritt neuer Unternehmen erschweren, würde die etablierten Unternehmen aber wahrscheinlich nicht davon abhalten, ihre Geschäfte an neue Standorte zu verlagern.

Trotz allem gibt es keinen Grund, daran zu zweifeln, dass diese Transportrevolution weiter anhält. Die Städte in ganz Europa werden ihr Verkehrskonzept anpassen müssen, um die Elektro-Scooter besser integrieren zu können.