Gute Schulden, schlechte Schulden

Finanztipps

Sich zu verschulden wird im Allgemeinen als negativ angesehen. Aber auch beim Thema Schulden gibt es zwei Seiten, die zu beachten sind. Es gibt viele Gründe, warum es hilfreich sein kann, Schulden zu machen. Deswegen ist es wichtig, zwischen guten und schlechten Schulden zu unterscheiden. In diesem Fall wissen Sie, wann es sinnvoll ist, Schulden zu Ihrem Vorteil zu nutzen und wann Sie es vermeiden sollten, Schulden aufzunehmen.

Es ist wichtig, zwischen guten und schlechten Schulden unterscheiden zu können.
Es ist wichtig, zwischen guten und schlechten Schulden unterscheiden zu können.

Gute Schulden

In manchen Fällen kann man mit Schulden im Leben durchaus weiterkommen. Sie können verwendet werden, um hochpreisige Ausgaben wie ein neues Auto oder ein Haus zu bezahlen. Die meisten können es sich beispielsweise nicht leisten, 500.000 € in bar für ein neues Haus zu bezahlen, aber mit der Aufnahme einer Hypothek können sie einen kleinen Prozentsatz als Anzahlung nutzen und den Rest des Kaufes mit Schulden finanzieren.

Scheuen Sie sich nicht, die Unterlagen für eine Hypothek zu unterschreiben, wenn Sie der Meinung sind, dass Sie damit Ihren Wohlstand aufbauen können.
Scheuen Sie sich nicht, die Unterlagen für eine Hypothek zu unterschreiben, wenn Sie der Meinung sind, dass Sie damit Ihren Wohlstand aufbauen können.

Zu den häufigsten Arten guter Schulden gehören:

  • Hypotheken
  • Bildungskredite
  • Kredite für kleine Unternehmen

Was haben all diese Arten von Schulden gemeinsam? Mit ihnen können Sie Ihr zukünftiges Vermögen leichter aufbauen.

  • Eine Hypothek zur Absicherung einer Immobilie kann durch den Anstieg der Immobilienpreise in Zukunft zu mehr Wohlstand führen.
  • Ein Bildungskredit kann dazu beitragen, später eine höher bezahlte Arbeit zu sichern.
  • Und ein Kredit für kleine Unternehmen kann Sie beim Ausbau Ihres eigenen kleinen Unternehmens unterstützen und mehr Profite in der Zukunft sichern.

Daraus lässt sich ableiten, dass es bei guten Schulden nicht nur um die Finanzierung aktueller Ausgaben geht, sondern auch darum, Geld so auszugeben, dass es in Zukunft zu noch mehr Wohlstand führt.

Niedrige Zinssätze und gute Schulden

Bei niedrigen Zinsätzen gibt es mehr Gründe für die Aufnahme von Schulden. Stellen Sie sich vor, Sie möchten sich ein neues Auto kaufen. Angenommen, dass der Zinssatz für einen Autokredit bei nur 3 % liegt – selbst wenn Sie über das nötige Bargeld für den Kauf Ihres neuen Autos verfügen würden, könnte es sinnvoll sein, einen Kredit für das Auto aufzunehmen, um diesen Neukauf zu finanzieren. Denn der Zinssatz, den Sie bezahlen, ist so niedrig, dass Ihre Investitionen möglicherweise mehr einbringen als die 3 % Zinsen für den Kredit.

Anders ausgedrückt: Sie könnten das Geld, das Sie sonst für das Auto ausgegeben hätten, verwenden, um es zu höheren Renditen zu investieren. Wenn Sie mit Ihrer Investition mehr als 3 % an Renditen erzielen können, werden Sie dann langfristig von der Aufnahme dieser Schulden profitieren können, anstatt das Auto im Voraus in bar zu bezahlen.

Schlechte Schulden

Leider sind schlechte Schulden heutzutage bei vielen Leuten ein großes Thema. Bei schlechten Schulden handelt es sich um solche, die Ihnen über den Kopf wachsen; wenn Sie Ihre Kreditverpflichtungen nicht zurückzahlen können und die Zinszahlungen ständig steigen. Mit schlechten Schulden geraten Sie nur in Schwierigkeiten, auch wenn man schnell dazu verleitet wird, Schulden zu machen, wenn man eben mal mit der Kreditkarte zahlt. Zu den häufigsten Arten schlechter Schulden gehören Kreditkartenschulden sowie hochverzinste Privatkredite.

Überlegen Sie gut, bevor Sie Ihren nächsten Kreditkartenkauf tätigen. Vielleicht bereuen Sie es später.
Überlegen Sie gut, bevor Sie Ihren nächsten Kreditkartenkauf tätigen. Vielleicht bereuen Sie es später.

Mit Kreditkartenschulden können Sie beispielsweise so ziemlich alles bezahlen, was Sie gern hätten. Aber dabei handelt es sich um eine Form schlechter Schulden. Sie werden verwendet, um für Käufe zu bezahlen, die nicht zurückgezahlt werden können, oder wenn die Schulden für die Finanzierung eines Kaufs verwendet werden, der an Wert verliert. Sie könnten also Schulden machen, um diese Handtasche für 500 € oder die Spielkonsole zu finanzieren, von der Sie schon so lange träumen. Aber da diese Dinge im Laufe der Zeit an Wert verlieren, könnten Sie sich auf lange Sicht eher finanziell schaden.

So vermeiden Sie schlechte Schulden:

  • Nehmen Sie nur Schulden auf, wenn Sie sicher sind, dass Sie sie rechtzeitig zurückzahlen können.
  • Denken Sie über den Zweck Ihrer Schulden nach, bevor Sie sie aufnehmen.
  • Hinterfragen Sie, wie wichtig die Schulden für Ihr Leben sind.
  • Verwenden Sie Schulden nur als Mittel zum Vermögensaufbau.

Die (nicht so) hässliche Wahrheit

Schulden sind nicht an sich gut oder schlecht, wichtig ist der Umgang mit ihnen. Selbst vermeintlich schlechte Schulden wie Kreditkartenschulden können hilfreich sein, solange Sie die Schulden rechtzeitig zurückzahlen können. Deshalb gibt es keine einzig richtige Antwort auf die Frage, ob man nun Schulden aufnehmen sollte oder nicht. Die Entscheidung hängt von Ihrer aktuellen finanziellen Position, der Verwendung der Schulden, dem Zinssatz sowie anderen Faktoren ab.