Sie haben Ihre Geldbörse vergessen? Bezahlen Sie doch über Ihre Handfläche … Und andere Fintech-Nachrichten

Finanztipps

Ja, Sie haben da ganz richtig gelesen. Sie sind möglicherweise bald in der Lage, sicher zu bezahlen, indem Sie einfach Ihre Hand bewegen. Klingt das wie eine Szene aus einem Science Fiction-Film? Es geht sicherlich in diese Richtung. Aber Amazon versucht, Handflächen-Zahlungen wahr werden zu lassen.

Mit Amazon One soll das Bezahlen durch Scannen der Handflächen ermöglicht werden
Mit Amazon One soll das Bezahlen durch Scannen der Handflächen ermöglicht werden.

Wenn Sie Ihre Handfläche kurz über einen Amazon One-Scanner halten, können Sie eine sichere Zahlung für Waren tätigen. Sie haben Ihre Geldbörse zu Hause vergessen? Nun, das ist kein Problem, wenn Sie über Ihre Handfläche bezahlen können.

Aber warum ist ein Handflächen-Scanner nötig? Amazon meint, dass dies nicht nur eine kontaktlose Zahlungsmethode sei (Stichwort Social Distancing), sondern dass damit Betrugsversuche erschwert würden und die Identität einer Person weniger gefährdet sei. Nach der neuerlichen Kontroverse zum Thema Gesichtserkennung ist dies definitiv eine clevere Entscheidung des Unternehmens.

Und auch die Registrierung ist einfach: „Für die Registrierung muss ein Kunde nur seine Bankkarte eingeben und den Bildschirmanleitungen folgen, um seinen Handflächenabdruck mit dieser Zahlungsoption zu verknüpfen, gab Amazon an. Das Unternehmen verspricht, dass die Handabdruckdaten nicht lokal gespeichert werden, sondern verschlüsselt und sicher in der Cloud aufbewahrt werden. Kunden könnten ihre Daten auch über die Website löschen, fügte das Unternehmen hinzu“.

Das Handflächen-Zahlungssystem von Amazon One wird in zwei seiner physischen Stores getestet und möglicherweise zukünftig auch bei anderen Einzelhändlern.

Ist die Bezahlung mit Ihrer Handfläche zu extrem für Sie? Es gibt auch andere bargeldlose Zahlungsoptionen, die mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Hier erfahren Sie mehr.

Banken in Großbritannien investieren in Tech-Bereich

Tech-Investitionen stehen für Finanzinstitute in Großbritannien an erster Stelle, trotz aller Unsicherheiten, die durch die Pandemie, den Brexit und die wirtschaftliche Unsicherheit insgesamt hervorgerufen wurden. Dies wurde in einer von der Lloyds Bank durchgeführten Umfrage deutlich.

Die Finanzinstitute des Landes planen, sich im kommenden Jahr auf Investitionen in neue Technologien zu konzentrieren: „Neun von zehn (88 %) Führungskräfte von Finanzinstitutionen sind der Meinung, dass Technologie-Investitionen in den nächsten 12 Monaten eine äußerst wichtigste strategische Priorität sind, noch vor der Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie mit 63 % und der weiteren Geschäftsexpansion mit 62 %“, so Finextra.

Finanzinstitutionen in Großbritannien wollen mehr in den Tech-Bereich investieren
Finanzinstitutionen in Großbritannien wollen mehr in den Tech-Bereich investieren.

In derselben Umfrage gaben 62 % der Führungskräfte an, dass sie vorhaben, ihre Investitionen in Kernsysteme und -technologie zu erhöhen. Mehr als ein Drittel der Befragten meinten, dass sie ihr Fintech-Angebot verstärken werden – entweder durch eine Partnerschaft mit bestehenden Fintech-Unternehmen oder durch deren Erwerb.

Mit der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass Technologieunternehmen, und insbesondere Fintechs, sich rasch anpassen können, um auch unter unvorhergesehenen Umständen relevant zu bleiben. Bei all den rapiden Änderungen in unserem Alltag wird diese Anpassungsfähigkeit künftig für alle Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein, und Fintech-Unternehmen stehen an der ersten Stelle.

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Sie werden in absehbarer Zeit in der Lage sein, in mögliche Lebensverlängerungs-Technologien zu investieren. Das heißt, sobald der britische Milliardär Jim Mellon sein Unternehmen Juvenescence im nächsten Jahr bekannt macht. Juvenescence ist ein Biopharmaunternehmen mit dem Ziel, Therapien zur Verlängerung des Lebens zu entwickeln. Jim Mellon, der auch als der „britische Buffet“ bekannt ist, ist seit fast vier Jahren auf diesem Gebiet tätig:

„Juvenescence wurde im Oktober 2016 gegründet und investiert in eine breite Palette von Anti-Aging-Therapien, die möglicherweise das Potenzial haben, menschliches Leben zu verlängern. Eine dieser Investitionen ist Insilico Medicine, bei der der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Wirkstoffentdeckung angestrebt wird. Das Unternehmen hat auch AgeX Therapeutics, eine Firma mit Sitz in Kalifornien, sowie LyGenesis unterstützt. AgeX Therapeutics entwickelt Stammzellen, mit denen alterndes Gewebe regeneriert werden soll. Und LyGenesis arbeitet an einer Technologie, bei der Lymphknoten als Bioreaktoren eingesetzt werden, um Ersatzorgane züchten zu können“, so CNBC.

Investitionen in derartige Unternehmen mögen wie etwas aus einem James Bond-Film klingen, aber Jim Mellonist nicht der Einzige, der in diese Anti-Aging-Technologien investiert hat. Amazon CEO Jeff Bezos, der reichste Mann der Welt, und der Milliardär und PayPal-Mitgründer Peter Thiel haben beide in Unity Biotechnology investiert, ein Unternehmen aus San Francisco, dessen Ziel eine Lebensverlängerung ohne Alterung ist.

Ein weiterer Nagel im Grab für Wirecard

Menschen können vielleicht bald länger leben, aber es scheint, dass die Zeit von Wirecard offiziell vorbei ist. Das Schicksal des früheren Fintech-Einhorns wird weiter besiegelt,wenn die Zentralbank von Singapur anordnet, dass das Unternehmen alle Vorgänge einzustellen, das Geschäft zu schließen und alle Kundengelder innerhalb von zwei Wochen zurückzugeben hat.

Aber das sind nicht nur schlechte Nachrichten für Wirecard. Auch das deutsche Finanzregulierungssystem gerät in die Kritik, weil diese Vorgänge nicht erkannt wurden.

Der Deutsche Bundestag wird eine umfassende Untersuchung des Wirecard-Skandals einleiten
Der Deutsche Bundestag wird eine umfassende Untersuchung des Wirecard-Skandals einleiten.

Laut der Financial Times hat der Skandal im Zusammenhang mit Wirecard deutlich gemacht, wie fehlerhaft das deutsche Finanzregulierungssystem ist, und hat insbesondere die Ineffektivität der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin aufgezeigt.

„Bei der Aufdeckung der kriminellen Machenschaften spielten staatliche Stellen keine Rolle, nicht die BaFin, nicht die FIU und nicht der Staatsanwalt“, so Florian Toncar, Abgeordneter der FDP. „Der Staat hat überhaupt nicht dazu beigetragen, der Wirecard-Affäre auf den Grund zu gehen.“

Der Bundestag hat entschieden, eine vollständige parlamentarische Untersuchung in dieser Angelegenheit einzuleiten.

Das waren unsere Fintech-Nachrichten für diesen Monat. Halten Sie sich mit unserem Blog auf dem Laufenden, wo Sie weitere branchenrelevante Nachrichten, Tipps und Beiträge finden.