So erstellen Sie Ihren besten Finanzplan

Finanztipps

Wenn Sie Ihre finanziellen Ziele wirklich erreichen möchten, fangen Sie am besten mit der Erstellung eines Finanzplans an. Jeder profitiert von einem Finanzplan, unabhängig vom Alter, Einkommen oder Nettovermögen. Auch wenn die Erstellung eines solchen Plans, an dem Sie sich orientieren sollten, nicht einfach ist, werden Sie später froh sein, dass Sie Zeit und auch Geld investiert haben, was sich letztlich auszahlen wird – im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Schauen wir uns nachfolgend die empfohlenen Schritte dafür an. Dazu gehören auch Tipps und Tools, mit denen der gesamte Vorgang möglichst nahtlos für Sie gestaltet werden kann.

Mit einem Finanzplan sind finanzielle Ziele meist leichter erreichbar.
Mit einem Finanzplan sind finanzielle Ziele meist leichter erreichbar.

1. Beginnen Sie mit einer objektiven Bestandsaufnahme

Der erste und wichtigste Schritt ist eine vollständige und objektive Bestandsaufnahme Ihrer finanziellen Situation. Anstatt die Zahlen nur zu schätzen, dokumentieren Sie jeden einzelnen Euro, den Sie verdient, ausgegeben, gespart oder investiert haben. Schätzen Sie dann die Bereiche ein, in denen Sie Änderungen vornehmen könnten. In welchen Situationen geben Sie den größten Teil Ihres Einkommens aus? Wie könnten Sie Ihre Ausgaben kürzen, um mehr sparen und investieren zu können?

2. Bauen Sie eine Rücklage für Notfälle auf

Mit einer Rücklage für Notfälle können Sie verhindern, dass Ihr Finanzplan scheitert.
Mit einer Rücklage für Notfälle können Sie verhindern, dass Ihr Finanzplan scheitert.

Auch wenn Spareinlagen bei einer Bank alles andere als attraktiv sind und in der Regel jedes Jahr an Wert verlieren, ist eine solche Rücklage eine wichtige Komponente Ihres Finanzplans. Eine Rücklage ist aus folgendem Grund entscheidend: Gerät man in eine unerwartete Notlage, können Sie mit einer Rücklage Ihren Finanzplan weiter verfolgen. Wenn Sie nicht über eine Rücklage verfügen, könnten Sie bei einer unvorhergesehenen Ausgabe gezwungen sein, zu ungünstigen Zeiten Geld aus Ihrer Investition herauszunehmen. Oder schlimmer: Sie könnten gezwungen sein, schlechte Schulden aufzunehmen. Wenn Ihre Rücklage nicht investiert wird, könnten Sie jedes Jahr 2 % ihres Werts aufgrund der Inflation verlieren. Dennoch können Kreditkartenzinsen Sie 20 % oder sogar 30 % jährlich kosten. Dies sorgt neben der Beeinträchtigung Ihrer Kreditwürdigkeit auch für eine massive finanzielle Belastung.

3. Schreiben Sie Ihre Ziele auf

Ihr Finanzplan sollte passend auf Sie und Ihre spezifischen Ziele zugeschnitten sein. Möchten Sie in absehbarer Zukunft ein Haus kaufen? War es schon immer Ihr Traum, eine Weltreise zu machen? Vielleicht möchten Sie auch zeitiger in Ruhestand gehen. Ganz gleich, wie Ihre Finanzpläne aussehen: Denken Sie in Ruhe darüber nach, auf welche Ziele Sie hinarbeiten. Sie sollten dabei nicht vergessen, dass es durchaus auch Änderungen geben kann. Ein Finanzplan ist nichts, was Sie einmal erstellen und dann zur Seite legen. Legen Sie erreichbare Ziele fest, von denen Sie wissen, dass sie mit diesen zufrieden sind. Diese Ziele sollen erreicht, erneut festgelegt und wieder erreicht werden. Sie können sogar eine Liste mit kurz- und langfristigen Zielen erstellen und dabei dringendere Ziele wie die Tilgung schlechter Schulden gegenüber einer Investition im Aktienmarkt priorisieren.

4. Arbeiten Sie in umgekehrter Reihenfolge

Angenommen, Sie möchten ein Haus im Wert von 200.000 € kaufen. Sie möchten 20 % für die Anzahlung sparen, das sind 40.000 €. Wenn Sie bereits 10.000 € gespart haben und das Haus so schnell wie möglich kaufen möchten, ermitteln Sie, wie viel Geld Sie jährlich sparen können, und leiten Sie daraus einen Plan ab. Ist es Ihnen möglich, 10.000 € pro Jahr zu sparen, sodass Sie das Haus in drei Jahren kaufen können? In diesem Fall müssten Sie monatlich, 833 € sparen. Diesen Ansatz können Sie bei jedem Finanzplan verwenden. Legen Sie fest, was Ihr Ziel ist und wie viel Sie benötigen, um es zu erreichen. Teilen Sie dann den benötigten Betrag in realistische Teilbeträge auf, damit Sie im Hinblick auf Ihr Ziel nicht den Überblick verlieren.

5. Lassen Sie sich von Apps unterstützen

Mit Budgetierungs-Apps können Sie einen soliden Finanzplan problemlos erstellen.
Mit Budgetierungs-Apps können Sie einen soliden Finanzplan problemlos erstellen.

Mit den richtigen Apps können Sie viel einfacher einen Finanzplan erstellen und umsetzen. Es gibt unzählige Tools und Apps, die die Finanzplanung einfacher gestalten, und jeder kann und sollte sie auch nutzen.

Verwenden Sie Apps, um Kreditkartenzahlungen, Spareinlagen und Investitionen zu automatisieren. Viele nutzen die automatische Überweisung eines bestimmten Betrags ihres Gehalts, um so die Verfügbarkeit einer bestimmten Summe fürs Sparen und Investieren sicherzustellen. Indem Sie das Geld nicht mehr manuell bewegen müssen, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Sie von Ihrem Finanzplan abweichen.

Anhand von Budgetierungs-Apps wie Mint, Personal Capital und Simplifi können Sie all Ihre Finanzkonten zentral an einer Stelle verfolgen. Und nicht nur das, Sie können auch Ziele festlegen und die Ausgaben in verschiedene Kategorien unterteilen. Mit diesen Apps erhalten Sie bessere Einblicke in Ihr Ausgabe- und Sparverhalten, und wenn Sie Ihre Konten innerhalb der App verknüpfen, werden all Ihre Transaktionen automatisch aktualisiert. Insgesamt erhalten Sie in diesen Apps eine übersichtliche und genaue Übersicht über Ihre finanzielle Situation.

Viele Budgetierungs-Apps können auch äußerst hilfreich sein, wenn es darum geht, sich von nicht verwendeten Abonnements zu verabschieden. Viele verlieren allzu leicht den Überblick über all die Abonnements, die automatisch verlängert werden und schnell Hunderte von Euro pro Jahr kosten können. Apps wie Truebill und Bobby verfolgen und verwalten Ihre zahlungspflichtigen Abonnements, sodass Sie auf einen Blick erkennen können, wofür Sie Geld ausgeben, und so unnötige Ausgaben einsparen können.

6. Weitere hilfreiche Tipps

Bei der Erstellung eines Finanzplans kommt es vor allem darauf an, realistische Ziele festzulegen und sich dann an das festgelegte Budget zu halten. Das Ganze klingt vielleicht einfach, ist es aber nicht ganz. Nachfolgend sind einige hilfreiche Tipps ausgeführt, die Sie bei der Erstellung Ihres Finanzplans beachten sollten.

Lassen Sie sich selbst einen gewissen Spielraum

Es kann verlockend sein, gleich aufs Ganze zu gehen und zu versuchen, jeden einzelnen Cent des Einkommens zu sparen. Ein Finanzplan ist eine längerfristige und langsame Angelegenheit, bei der Disziplin mehr zählt als zu viel Enthusiasmus. Denken Sie bei der Aufstellung Ihres Budgets auf alle Fälle daran, Geld für Dinge zur Seite zu legen, die Ihnen Spaß machen. Auch wenn das Sparen oberste Priorität hat – ein kleiner Teil Ihres mühsam verdienten Geldes sollte auch für die schönen Dinge im Leben verwendet werden.

Greifen Sie auf die Unterstützung von Fachleuten zurück

Dass es Tausende von Fachleuten gibt, die Kunden im Bereich Finanzen unterstützen, ist kein Geheimnis. Wenden Sie sich an einen Finanzplaner oder -berater und profitieren Sie von dessem umfangreichen Wissen.

Geben Sie weniger aus, als Sie verdienen

Es ist sehr erstaunlich, dass es die wenigsten schaffen, weniger auszugeben, als sie verdienen. In vielen europäischen Ländern liegt das Verhältnis Schulden zu Einkommen bei über 100 %. Diese Zahlen können aber auch irreführend sein, da ein Großteil der Schulden aus Hypotheken stammt. Dennoch ist der Grundsatz, weniger auszugeben, als man verdient, entscheidend, um bei der Finanzplanung voranzukommen und seinen Zielen näherzukommen.

Nutzen Sie einen Kredit

Ein Kredit ist eine wichtige Komponente eines Finanzplans, da Sie damit große Käufe tätigen können, ohne den gesamten Betrag in bar sparen zu müssen. Mit einem Kredit können Sie Ihr verfügbares Bargeld nutzen, um mehr Geld zu verdienen im Vergleich zu den Kosten für die Kreditaufnahme. Dies ist einer der Gründe, warum ein Kredit so wichtig ist. Wenn Sie beispielsweise eine Hypothek mit einem Zinssatz von 4 % aufnehmen möchten und das Geld, das Sie sonst für Ihr Haus aufgewendet hätten, investieren, überwiegen die durchschnittlichen Renditen von 8 bis 10 % auf dem Aktienmarkt bei Weitem die 4 %, die Sie Ihrer Bank für die Hypothek zahlen.

Denken Sie auch an die Themen Lebensversicherung und Erbschaftsplanung

Niemand denkt gern über das Thema Tod nach, aber zu einem vollständigen Finanzplan gehören auch eine angemessene Lebensversicherung und ein Testament. Mit einer entsprechenden Versicherung und einem Testament können Sie Ihre Familie schützen und Ihren Nachlass klären. Mit diesen Vorkehrungen können Sie sicherstellen, dass Ihre Familie im Ernstfall über ausreichend Geld verfügt, und Sie können beruhigt sein, dass Ihr Finanzplan auch nach Ihrem Ableben noch funktioniert.