Über diese aktuellen Finanz-News sollten Sie Bescheid wissen

Finanztipps

Muss London um seinen ersten Platz als Finanzhauptstadt Europas fürchten?

Ist die Zeit Londons als Finanzzentrum Europas abgelaufen? Dieser Meinung sind viele, darunter auch NatWest, eine der größten britischen Banken. Ihr Vorsitzender Howard Davies vermutet, dass Großbritannien durch den Brexit in mehr Bereichen von der EU abgeschnitten wird, als bisher angenommen, und dass London infolgedessen bald als Finanzzentrum Europas ausgedient hat.

„Auch wenn die City of London der größte Finanzmarktplatz Europas bleiben wird, ist ihr goldenes Zeitalter als Finanzhauptstadt Europas vorbei.“
„Auch wenn die City of London der größte Finanzmarktplatz Europas bleiben wird, ist ihr goldenes Zeitalter als Finanzhauptstadt Europas vorbei.“

Dazu beitragen wird zusätzlich, dass in letzter Zeit viele Investment-Profis die Stadt verlassen haben, um in andere Orte in ganz Europa ziehen. Auch die Deutsche Bank hat bereits angekündigt, dass sie 100 Jobs außerhalb von London und in andere Städte verlagern wird.

Facebook steht vor einem Verbot der Datenübertragungen zwischen EU und USA

Die Europäische Union und die USA haben unterschiedliche Datenschutzrichtlinien. Auf dem Prüfstand steht derzeit die Übertragung personenbezogener Daten zwischen den beiden Regionen, wobei es vor allem um Übertragungen innerhalb eines Unternehmens geht. Der Konflikt spitzte sich im Mai zu, als sich Facebook einem möglichen Verbot der Übertragung von Daten aus Europa in die USA gegenübersah.

Die Kritiker bemängeln, dass Daten von EU-Bürgern in den USA gehackt oder für zweifelhafte Aktivitäten genutzt werden könnten. Facebook wird wahrscheinlich Berufung gegen die Entscheidung einlegen, sodass das Urteil nicht endgültig ist, aber wenn es bestätigt wird, könnte es massive Auswirkungen auf die High-Tech-Industrie haben.

Regionsübergreifende Datenübertragungen durch Facebook könnten reglementiert werden
Regionsübergreifende Datenübertragungen durch Facebook könnten reglementiert werden

Was das für Facebook bedeutet, hat der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems so formuliert:

„Im Prinzip müsste Facebook sich in zwei Teile aufteilen, in einen europäischen und in einen US-amerikanischen. Die absolut notwendigen Datenübertragungen (wenn z. B. ein US-Benutzer eine Nachricht an einen EU-Benutzer sendet) könnten weiterhin zwischen diesen beiden Systemen stattfinden. Der Rest muss in Europa (oder in einem anderen sicheren Land) bleiben. Natürlich wird Facebook alles tun, um das zu vermeiden.“

EZB ist misstrauisch gegenüber der wirtschaftlichen Erholung nach Corona

Die Europäische Zentralbank hat sich besorgt über die wirtschaftliche Zukunft der Region geäußert, insbesondere wenn die Konjunkturmaßnahmen im Laufe dieses Jahres zu Ende gehen. Die EZB hat es bisher mit einer Vielzahl von stimulierenden Maßnahmen geschafft, der Coronavirus-Krise zu trotzen. Sie wird zwar wahrscheinlich davon absehen, noch mehr Kapital in die Region zu pumpen, warnt aber, dass die wirtschaftliche Erholung Europas sehr unterschiedlich ausfallen könnte.

Die EZB wird ihre Konjunkturmaßnahmen vielleicht noch weiter aufrechterhalten
Die EZB wird ihre Konjunkturmaßnahmen vielleicht noch weiter aufrechterhalten

In einer Erklärung sagte die EZB:

„Wenn diese Unterstützung allmählich zurückgefahren wird, sind deutlich höhere Insolvenzraten als vor der Pandemie nicht auszuschließen, insbesondere in einigen Ländern des Euroraums.“

Am 10. Juni trifft sich die EZB zu einer wichtigen Sitzung, bei der sich entscheiden könnte, welche Linie die Zentralbank in der Zeit nach Corona fährt. Manche Experten gehen davon aus, dass die EZB die Wirtschaft in der Region weiter ankurbeln wird, wenn sich abzeichnet, dass das wirtschaftliche Wachstum ins Stocken gerät.

Zeta erhält 250 Millionen US-Dollar von Softbank

Das jüngste Fintech-Einhorn hat seine Finanzierungsrunde der Serie C mit SoftBank Vision Fund 2 abgeschlossen und konnte eine Bewertung von 1,45 Milliarden US-Dollar erreichen. Zeta hilft Banken und anderen Finanzinstituten, die über kein technisches Know-how verfügen, technologiebasierte Apps und Dienste zu entwickeln.

Zeta möchte Banken ins digitale Zeitalter führen
Zeta möchte Banken ins digitale Zeitalter führen

Der Mitgründer des Unternehmens Bhavin Turakhia sieht in seinem Geschäftsmodell eine Möglichkeit, bedeutende Finanzinstitute ins 21. Jahrhundert zu bringen:

„Die Banken stecken in den 80er-Jahren fest. Viele nutzen noch die Programmiersprache COBOL. Daher ist die Benutzererfahrung oft nicht gut… Niemand hat darüber nachgedacht, das alles von Grund auf neu zu gestalten. Bis jetzt.“

Das Unternehmen mit Sitz in Indien ist schon das 14. indische Tech-Einhorn in diesem Jahr.

Und das wars diesmal mit unseren News-Highlights aus der Fintech-Branche. Sehen Sie sich auch die anderen relevanten Artikel an: