Welches Land ist das Fintech-Zentrum Europas? Und andere Fintech-News

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Der erste Monat des Jahres 2021 gibt den Ton für das vor uns liegende Jahr an. Fintech ist in aller Munde, sogar große Konzerne steigen jetzt in den Fintech-Ring, wie z. B. der US-Konzern Walmart. Die Fintech-Szene Portugals wächst weiter, während das Land anstrebt, zum neuen Tech-Hub Europas zu werden. Aber das führende Land in puncto Investitionen von Risikokapitalgebern ist immer noch…

Großbritannien

London – die Hauptstadt Englands und Schauplatz von 90 % der Fintech-Investitionen Großbritanniens
London – die Hauptstadt Englands und Schauplatz von 90 % der Fintech-Investitionen Großbritanniens

Großbritannien bleibt das führende Fintech-Zentrum Europas, was die Finanzierung von Start-ups angeht. Laut einem von Innovate Finance veröffentlichten Bericht liegt das Land mit seinen im Jahr 2020 für Risikokapital aufgebrachten 3,3 Mrd. € weltweit an zweiter Stelle hinter den USA.

Nach Großbritannien folgen Deutschland und Schweden als europäische Länder, die auch weit oben auf der Liste stehen.

„Deutschland lag mit 1,1 Mrd. € an Investitionen für insgesamt 71 Geschäftsabschlüsse an zweiter Stelle, ein Plus von 50 %. An dritter Stelle steht Schweden mit 1,0 Mrd. € eingeworbenem Kapital, Frankreich (431 Mio. €) und die Schweiz (242 Mio. €) schließen die Top 5 ab.“

Großbritannien mag weiterhin an der Spitze der Fintech-Investitionen stehen, aber das bedeutet nicht, dass andere europäische Länder nicht stetig aufholen. Zum Beispiel Portugal.

Portugal strebt danach, das nächste Fintech-Zentrum Europas zu werden

Laut TechCrunch standen im Jahr 2019 285 Mio. € für Investitionen zur Verfügung, und die Top 25 Later-Stage-Unternehmen sammelten insgesamt 117,8 Mio. € ein. Diese Finanzierungsrunden der portugiesischen Regierung sind Teil einer Initiative zur Förderung der Start-up-Entwicklung.

Portugal kann bereits eine Reihe erfolgreicher Start-ups vorweisen, darunter Farfetch, Talkdesk, DefinedCrowd, Outsystems und Feedzai, um nur einige zu nennen. Das zieht internationale Investoren an, was die Start-up-Szene wiederum weiter beflügeln wird.

Die Start-up-Entwicklung in Lissabon steht vielleicht noch ganz am Anfang. Doch angesichts immer weiterer Erfolgsgeschichten, aufstrebender Einhorn-Start-ups und qualifizierter Gründer, die ihre Geschäftsideen mithilfe staatlicher Förderungen umsetzen, könnte Portugal der nächste aufsteigende Fintech-Stern Europas werden.

Plaid startet Inkubator mit Fokus auf Minderheiten

Plaid will bisher unterrepräsentierte Tech-Unternehmer unterstützen
Plaid will bisher unterrepräsentierte Tech-Unternehmer unterstützen

Um Minderheiten und andere bisher unterrepräsentierte Gruppen zu unterstützen, startet das US-Unternehmen Plaid ein Inkubator-Programm für Fintech-Gründer in der Frühphase. Das auf neun Monate angelegte Accelerator-Programm mit dem Namen FinRise richtet sich an Start-ups von BIPOCs (Schwarze, Indigene und People of Color).

Das Programm beginnt mit einem dreitägigen virtuellen Bootcamp, an das sich in den folgenden neun Monaten die kontinuierliche Unterstützung durch das Plaid-Team anschließt. Nell Malon, der Growth Manager von Plaid, erläutert den Prozess genauer: „Nach dem Workshop arbeiten die Teilnehmer mit speziell für sie zuständigen Mentoren zusammen und können Support-Strukturen für die Programmierung nutzen … unser Ziel ist es, in diesen neun Monaten in jeder Phase Unterstützung anzubieten“, sagt Malon.

Das Unternehmen plant nicht, direkt in eines dieser Start-ups zu investieren. Malone merkt jedoch an, dass sich dies später noch ändern könnte.

Werden Miami und Austin das nächste Silicon Valley?

Sehen wir hier den nächsten globalen Tech-Hub?
Sehen wir hier den nächsten globalen Tech-Hub?

Nordkalifornien hat sich bisher durch den Zulauf an Talenten und Risikokapitalfirmen, die die Branche finanziell unterstützen, als wichtigste Tech-Region der Welt behauptet. Aber es macht sich die Sorge breit, dass die Region inzwischen zu teuer und überbewertet ist.

Jetzt versuchen andere Gegenden in den USA, etwas von der Magie des Silicon Valley für sich zu erobern. Miami entwickelt sich z. B. schnell zu einer technologiefreundlichen Stadt – der Bürgermeister Francis Suarez hat bereits Verhandlungen mit Führungskräften von Google, Twitter und Tesla geführt. Suarez versucht diese Unternehmen anzulocken, indem er seine Stadt selbst wie ein Tech-Unternehmen führt: Er plant, einen oder eine Chief Technology Officer für die Stadt zu ernennen. Und er will nicht nur den Einwohnern ermöglichen, ihre Steuern in Bitcoin zu bezahlen, sondern denkt auch darüber nach, einige der Finanzreserven der Stadt in der Kryptowährung zu halten.

Und dann gibt es da noch Austin, Texas, das Oracle und Hewlett Packard davon überzeugt hat, ihren Hauptsitz von Kalifornien nach Austin zu verlegen. Sogar der Tesla-Chef Elon Musk ist hierhergezogen. Manche vermuten, dass die Unternehmen wegen der niedrigeren Steuern nach Texas ziehen, aber ein Grund ist sicher auch, dass die Unternehmen durch den Umzug in eine Stadt mit niedrigeren Lebenshaltungskosten ihren Mitarbeitern weniger Geld zahlen können und dadurch ebenfalls Einsparungen erzielen.  Dan Ives, Finanzanalyst bei Wedbush Securities, merkt an: „Wenn man sich Austin anschaut: Hier entsteht ein Mini-Silicon-Valley, in dem man für einen durchschnittlichen Mitarbeiter die Hälfte an Kosten aufwenden muss.“

Walmart steigt in den Fintech-Markt ein

Der Einzelhandelsriese Walmart hofft beim Einstieg in das Fintech-Geschäft anscheinend auf das Motto „Besser spät als nie“. Das Unternehmen hat angekündigt, mit der Risikokapitalfirma Ribbit Capital als Partner ein eigenes Fintech-Start-up zu gründen. Noch ist nicht viel über das neue Unternehmen bekannt. Walmart sagte bisher über die Pläne, dass die Partnerschaft „das Wissen im Bereich Einzelhandel und die Größe von Walmart mit der Fintech-Expertise von Ribbit zusammenbringen wird, um technologiefokussierte, auf die Kunden und Mitarbeiter von Walmart zugeschnittene Finanzprodukte zu entwickeln.“

Steht bald auch für Fintech
Steht bald auch für Fintech

Der Präsident und CEO von Walmart USA, John Furner, meint, dass die Kunden schon immer auf Walmart vertraut haben, wenn es darum geht, Geld zu sparen. „Seit Jahren verlassen sich Millionen von Kunden auf Walmart, nicht nur um beim Einkaufen Geld zu sparen, sondern auch um ihre finanziellen Bedürfnisse zu erfüllen“, sagte er.

Und das war es schon für diesen Monat. Folgen Sie uns, um bei allen wichtigen Fintech-News auf dem neuesten Stand zu bleiben.