Unerwünschte Werbung – keiner mag sie, dennoch gehört sie für alle zum Alltag. Die Technologie hat sich weiterentwickelt, deshalb haben wir SPAM-Filter und können unbekannte Anrufe ignorieren (herzlichen Dank, Scam-ID). Mit dem Fortschreiten der Technologie erleben wir jedoch eine Entwicklung hin zu massenhafter Werbung überall und auch ausgewachsenen Betrügereien, von denen viele nicht so offensichtlich sind, wie man vielleicht glauben möchte. Scams und Betrügereien sind allgegenwärtig und entwickeln sich ständig weiter. Daher ist es wichtig, informiert und auf dem Laufenden zu bleiben, um zu wissen, wie Sie sich davor schützen können. Nachfolgend erklären wir Ihnen die Natur des Betruges und geben Ihnen einige hilfreiche Tipps an die Hand, damit Sie dem hoffentlich nie zum Opfer fallen.

protect yourself from scammers

Lassen Sie uns über Zahlen sprechen

Wie kann Betrug weltweit gemessen und analysiert werden? Nun, die nationale Wirtschaftsprüfungs-, Steuer- und Beratungsgesellschaft Crowe Clark Whitehill veröffentlicht zusammen mit dem Zentrum für Betrugsbekämpfungsstudien (CCFS) der University of Portsmouth jedes Jahr einen Bericht, in dem die durch Betrug entstandenen finanziellen Schäden untersucht werden. Sie erklären:

Im Vereinigten Königreich begannen ab Ende der 1990er Jahre das Ministerium für Arbeit und Renten und der NHS, durch Betrug (und Fehler) entstandene Verluste genau zu messen. In dem „Fraud Review“ von 2006 der Regierung heißt es: „Eine bessere Messung ist entscheidend für eine richtig konzipierte und effektive strategische Reaktion auf Betrug und für ein besseres Management von Betrugsrisiken“. Der Leitfaden des nationalen Rechnungshofes aus dem Jahr 2008 zur Bekämpfung von Betrug im Außenbereich verkündete: „Die Bewertung des Schadensausmaßes durch Betrug ist ein wichtiger erster Schritt bei der Entwicklung einer Strategie zu dessen Bekämpfung”. Die nationale Behörde für Betrugsbekämpfung hat einen „jährlichen Betrugsindikator“ erstellt, der bis 2013 reicht. Seit 2014 hat die Fraud, Error and Debt Taskforce im Auftrag der Minister die Pflicht, jede Regierungsabteilung auf Verluste zu untersuchen.

In Europa forderte die europäische Erklärung zu Betrug und Korruption im Gesundheitswesen von 2004, die von Organisationen aus 28 Ländern verabschiedet wurde, die „Entwicklung eines europäischen gemeinsamen Standards für die Risikomessung mit jährlichen statistisch fundierten Folgemaßnahmen zur Messung der Fortschritte bei der Verringerung der Verluste durch Betrug und Korruption in der gesamten Europäischen Union (EU)1.“

In den Vereinigten Staaten (USA) sah der Improper Payments Information Act von 2002 vor, dass öffentliche Stellen eine „statistisch valide Schätzung“ des Ausmaßes von Betrug und Fehlern in ihren Programmen und Aktivitäten veröffentlichen sollten. Dies wurde durch den Improper Payments Elimination and Recovery Act von 2010 erneut bekräftigt. Infolgedessen messen und melden die meisten großen US-Agenturen im öffentlichen Sektor bereits seit mehr als einem Jahrzehnt Verluste.

Der Bericht zeigt, dass die Betrugsepidemie weltweit jährlich 3,24 Billionen Pfund (3,7 Billionen Euro) kostet. Sie haben richtig gelesen — 3,24 Billionen Pfund. Diese Zahl kann man sich kaum vorstellen. The Guardian berichtete, dass Bankkunden in Großbritannien im ersten Halbjahr 2018 ganze 500 Mio. Pfund (571 Mio. Euro) durch Betrug verloren haben. Laut Recherchen von Citizen’s Advice werden allein in Großbritannien 4 Millionen Menschen jedes Jahr betrogen. Und diese Zahl ist, während sich die Betrüger zusammen mit der Technologie weiterentwickelt haben, nur noch weiter gestiegen.

Wen haben die Betrüger im Visier?

Allgemein geht man davon aus, dass die meisten Betrügereien auf Personen abzielen, die dafür am anfälligsten sind – also besonders auf ältere Menschen. Das ist leider die Wahrheit – Horden von Betrügereien richten sich an ältere Menschen. Von falschen Anrufen von Microsoft, um den Computer „aus der Ferne“ zu reparieren, über Anrufe ihres Enkels, der im Gefängnis sitzt und Geld braucht, bis hin zu faszinierenden E-Mails mit Links. Betrüger verlassen sich darauf, dass ältere Menschen technisch nicht versiert sind oder es einfach nicht besser wissen. Und nur all zu oft ist es wahr – verstörend.

Who do scammers target

Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass ältere Menschen tatsächlich nicht die Altersgruppe ist, die am meisten von Betrug betroffen ist. Obwohl ältere Menschen im Durchschnitt größere Geldsummen verlieren, berichtete die US-amerikanische Federal Trade Commission in ihrer jährlichen Datenzusammenfassung, dass tatsächlich die ach so technisch versierten Millennials am häufigsten betrogen werden. Die Daten aus Großbritannien bestätigen das. Der Bericht für 2017 von Age UK zeigt, dass die meisten Opfer von Online-Betrug unter 55 Jahre alt sind. Das ist zum größten Teil darauf zurückzuführen, dass junge Menschen einfach nicht glauben, dass sie betrogen werden können. Sie empfinden sich als zu schlau, zu versiert und zu aufgeweckt. Die große Mehrheit ist der Meinung, dass Betrüger es nur auf ältere Menschen abgesehen haben, wodurch sie dem Irrglauben verfallen, sicher zu sein. Doch nicht nur das. Junge Leute gehen oft freizügiger mit ihren Daten um, denn sie sind es gewohnt, alles online und per App zu erledigen. Laut Business Insider sind dies einige der häufigsten Arten von Betrügereien und Scams, für die Millennials und Menschen unter 55 Jahren besonders anfällig sind:

  • Maschen, bei denen sich der Betrüger im Allgemeinen als eine vertrauenswürdige Person ausgibt. Beispielsweise als Familienangehöriger, Mitarbeiter vom technischen Support oder Bankpersonal.
  • Urlaubs- und Reisebetrügereien (denken Sie an die Timeshare-Pläne, Schneeballsysteme, etc.) die die Opfer am meisten Geld kosten.
  • Gefälschte Stellenanzeigen, die normalerweise dazu dienen, sensible persönliche Informationen zu sammeln, mit denen zum Beispiel Identitätsdiebstahl begangen werden kann.
  • Telefonbetrug, bei denen sich der Betrüger auch oft als vertrauenswürdige Person ausgibt. Manchmal ist diesen auch bereits ein Teil der persönlichen Informationen bekannt, wie zum Beispiel die letzten 4 Ziffern der Kreditkarte oder der Identifikationsnummer, was Sie dazu bringen soll, sie für vertrauenswürdig zu halten.

Wir wissen zwar, dass junge Menschen häufiger betroffen sind als ihre älteren Artgenossen. Das bedeutet aber nicht, dass die Betrugsmaschen, die sich an Ältere richten, nicht auch gefährlich sind. Da ältere Menschen tendenziell mehr Geld angespart, Rentenfonds und mehr Vermögen haben, können die Folgen eines Betrugs katastrophal sein. In einem unserer nächsten Beiträge werden wir noch Beispiele für häufige Betrügereien vorstellen.

examples of common scams

5 Dinge, die Sie tun können, um sich zu schützen

Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter

Das klingt offensichtlich, doch wir sind schon so daran gewöhnt, Informationen für zahlreiche Dinge irgendwo einzugeben, dass es inzwischen Routine ist. Seien Sie also vorsichtig und stets auf der Hut. Es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen und Informationen nicht telefonisch oder online (z. B. an Ihre Bank, an einen Support bei Softwareproblemen usw.) weiterzugeben. Seien Sie nicht nur vorsichtig bei offensichtlichen Informationen – achten Sie auf Personen, die nach Informationen fragen, die als Antwort auf Sicherheitsfragen dienen könnten (der Mädchenname der Mutter, der Name des ersten Haustieres usw.). All das findet in einem scheinbar unschuldigen und sehr freundlichen „Kennenlerngespräch“ statt. Phishing ist intelligenter geworden und es wird nicht einfach nach offensichtlichen Informationen wie Kennwörtern, Kreditkartennummern usw. gesucht.

Never give out your personal information

Wenn Sie einen angeblichen Anruf von Ihrer Bank oder Ihrem Kreditkartenbetreiber bekommen, in dem behauptet wird, dass es ein Problem gibt, fragen Sie nach dem Namen des Anrufers, legen Sie auf und rufen Sie selbst die Nummer auf Ihrer Karte an. Wenn Sie eine E-Mail erhalten, die nach Informationen fragt und es sich um eine bekannte / vertrauenswürdige Website handelt, folgen Sie nicht den Links in der E-Mail, sondern gehen Sie selbst auf diese Webseite und wenden Sie sich an den Kundendienst, um zu überprüfen, ob die E-Mail wirklich von dort stammt.

Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Online-Einkäufe in einer legitimen Quelle tätigen

Millionen Menschen kaufen bereits online ein und die Zahl wächst mit jedem Tag weiter. Es gibt eine fast unendliche Vielfalt und Auswahl an Online-Shops, was auch Betrügern Tür und Tor für zwielichtige Geschäfte öffnet. Wenn Sie Online-Einkäufe tätigen, vergewissern Sie sich immer, dass es sich um eine legitime, vertrauenswürdige Quelle handelt.

  • TrustPilot ist eine großartige kostenlose Ressource, auf der man sich Kundenbewertungen für Unternehmen aus der ganzen Welt ansehen kann.
  • Indem Sie die URL überprüfen, können Sie auch leicht sehen, ob eine Website, die nach sensiblen Daten fragt, SSL-verschlüsselt ist. Wenn dem so ist, beginnt sie mit https://.

Suchen Sie nach Vertrauenssiegeln (z. B. PayPal, McAfee, Google Trusted Source usw.). Sie finden sie auf den Homepages, Log-in-Seiten usw. und fallen sofort ins Auge.

Verify your online purchases

Schützen Sie Ihre persönlichen Daten, Computer und mobilen Geräte

Sichern Sie Ihre Gadgets mit Passwörtern und machen Sie es Gaunern nicht leicht, diese zu erraten – verwenden Sie mehrere Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen usw. Verwenden Sie nicht dasselbe Passwort für alles und bewahren Sie sie auf keinen Fall an einem Ort auf, an dem sie nicht sicher oder versteckt sind. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Kennwörter regelmäßig aktualisieren und geben Sie sie auf keinen Fall an Dritte weiter (wenn Sie müssen, tun Sie das nicht unbedingt per E-Mail, Text, Messenger usw.). Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie Ihre Sicherheitssoftware aktualisieren, Ihr WLAN-Netzwerk schützen und kein öffentliches WLAN für sensible Transaktionen wie Online-Banking verwenden.

Keep your personal details

Seien Sie sich bewusst, dass Betrug existiert

Seien Sie sich schließlich bewusst, dass es Betrug wirklich gibt. Wenn Sie das lesen, sind Sie bereits auf dem richtigen Weg. Noch wichtiger: Denken Sie nicht, dass Sie zu schlau sind, um betrogen zu werden. Gehen Sie die obigen Punkte erneut durch – Betrüger sind schlau und gehen immer raffinierter vor. Sicher neigen sie dazu, es auf die Schwächsten abgesehen zu haben, sie suchen jedoch stets nach neuen Möglichkeiten, geringe Wachsamkeit auszunutzen. Denn sobald Sie denken, es könne Ihnen nichts passieren, ist das die perfekte Einladung. Konzentrieren Sie sich bei allem, was Ihnen komisch vorkommt, auf das potenzielle Risiko und lassen Sie sich nicht von dem möglichen Nutzen oder der Auszahlung an der Nase herum führen.

Be aware scams exist

Gehen Sie klug mit Social Media um

Überprüfen Sie Ihre Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen und passen Sie sie an. Beachten Sie auch den von Ihnen geposteten Inhalt. Sie können nicht nur versehentlich Informationen weitergeben, die Antworten auf Sicherheitsfragen sein könnten (Lieblingsreiseziel, Heimatstadt, Lieblingsessen usw.). Achten Sie auch darauf, was sich im Hintergrund der Fotos befindet. Es ist großartig, dass Sie reisen, aber vielleicht sollten Sie lieber kein Bild Ihres Passes zeigen. Klar, das Foto Ihres neuen Führerscheins ist witzig, aber die ganze Welt muss diese Daten wiederum nicht kennen. Sie haben gerade in Ihrer Küche eine tolle Mahlzeit zubereitet, die Sie teilen müssen? Großartig, aber Ihr offener Kontoauszug liegt im Hintergrund auf dem Tisch. Nehmen Sie die Gefahren wahr und handeln Sie smart.

Be smart with social media

Wie geht es weiter?

Es gibt so viele Informationen zu Scams und Betrug, und die Zahl der unterschiedlichen Fälle ist schier endlos. Für einen nächsten Blogpost werden wir deshalb so viele Beispiele wie möglich aus den häufigsten Kategorien sammeln. An diesem Punkt kommen Sie ins Spiel. Bitte kommentieren oder senden Sie uns Beispiele oder Informationen. Hoffentlich handelt es sich nicht um persönliche Beispiele, wenn aber doch, dann nutzen Sie Ihre Erfahrung, damit andere von Ihnen lernen können. Also seien Sie gespannt auf Teil 2!