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Wenn Sie an europäische Fintech-Hochburgen denken, denken Sie wahrscheinlich zuerst an London, Dublin und Berlin, welche die Top-Positionen belegen. Laut einem kürzlich erschienenen Artikel von Forbes sind die Schweizer Städte Zürich, Genf und Lausanne diesen jedoch „dicht auf den Fersen“. Forbes berichtete, dass das hauptsächlich auf einen strafferen Start-up-Prozess zurückzuführen ist, auf höhere Investitionen in den Frühphasen, sowie auf einen guten Zugang zu jungen Talenten:

Fintech in Switzerland

Die hohen Durchschnittsgehälter und der hohe Lebensstandard des Landes, sowie die niedrigen Steuersätze und Arbeitslosenquoten, haben dazu beigetragen, dass die Schweizer Hochschulabsolventen auf heimischem Boden bleiben. Start-ups können zwar nicht mit dem Gehalt von Unternehmen in den Schweizer Schlüsselbranchen wie Finanzen und Pharmazie mithalten, durch spannende und herausfordernde Aufgaben in der Fintech-Welt sichern sie sich jedoch ihren Anteil an Top-Tech-Talenten.

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Laut Reuters gab die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) bekannt, dass ihre EU-Fintech-Richtlinien „Sandbox“-Design und Innovationsstandort-Empfehlungen enthalten werden:

EBA - European Banking Authority

Innovationsstandorte bieten Behörden und Fintech-Firmen ein Forum, um Ideen zu diskutieren, während Sandboxes es ihnen ermöglichen, neue Produkte, wie z. B. das mobile Bezahlen mit dem Smartphone, an echten Kunden zu testen, und das, ohne zuerst einen langwierigen und kostenintensiven vollständigen Autorisierungsprozess durchlaufen zu müssen.

Reuters sprach mit Elisabeth Noble, einer Sachverständigen der EBA, die ankündigte, dass die Richtlinien im Dezember veröffentlicht werden. Noble sagte, dass sie bestehende Sandboxes und Innovationsstandorte analysieren werden, um ein Kerndesign für Fortschritt zu entwickeln:

„Wir hoffen, dass dieser Bericht zu einem gemeinsamen und koordinierteren Ansatz führt, der die grenzübergreifende Hochskalierung von Fintech-Unternehmen unterstützt, und eine Zusammenarbeit von Sandboxes und Innovationsstandorten fördert“.

Die Sandbox wurde zuerst von Großbritannien eingeführt und es gibt sie bisher nur in zwei weiteren EU-Ländern, Dänemark und den Niederlanden. Viele betrachten dieses Modell als ein praktisches Hilfsmittel, um London zu einem wichtigen Fintech-Hub zu machen. Durch den Austritt von Großbritannien aus der EU fragen sich jedoch viele, ob London seinen „Hub“-Status innerhalb der Finanzindustrie behalten kann.

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Trotz der Vorhersagen, dass der bevorstehende Brexit zu einer „Massenflucht von Arbeitsplätzen und Firmen“ führen und die „Position Londons in der globalen Finanzwelt in einen Dornröschenschlaf versetzen könnte“, zeigt eine kürzlich von Reuters durchgeführte Umfrage, dass nur 630 britische Finanzjobs nach Übersee umgezogen sind. Reuters berichtet:

Brexit prediction

Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass London, das seit Jahrhunderten eine Hauptschlagader für Geldflüsse auf der ganzen Welt ist, wahrscheinlich auch zukünftig das größte internationale Finanzzentrum der Welt bleiben wird. Obwohl New York um einiges größer ist, konzentriert man sich dort eher auf die amerikanischen Märkte, während in London internationaler Handel stattfindet.

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Wir hören täglich, wie immer mehr regionale Kleinhändler ihre Läden schließen, während das Volumen des Online-Einkaufs exponentiell wächst. Da nur weiteres Wachstum erwartet wird, scharen sich die Investoren massenweise um Zahlungsdienstleister. Ein solches Silicon-Valley-Zahlungsunternehmen, Stripe Inc., wurde kürzlich in seiner jüngsten Finanzierungsrunde auf 20 Milliarden Dollar geschätzt. Die aktuelle Beschaffung von Geldmitteln gibt Stripe eine Bewertung, die vergleichbar ist mit Silicon-Valley-Schwergewichten wie Palantir Technologies Inc., WeWork Cos und der Space Exploration Technologies Corp., besser bekannt als SpaceX. Das Wall Street Journal berichtet:

payment companies

Nach Angaben von Dow Jones VentureSource sind seit Beginn des Jahres 2018 rund 18,6 Milliarden US-Dollar Risikokapital an Start-up-Zahlungsdienstleister auf der ganzen Welt gegangen, ohne Stripes letzte Ausbeute zu berücksichtigen. Das ist fast das Vierfache des Risikokapitals, das die Zahlungsdienstleister im Jahr 2017 eingenommen haben und beinhaltet die Kapitalbeschaffung von 14 Milliarden US-Dollar des chinesischen FinTech-Riesen Ant Financial Services Group von Juni.

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