Wir stellen vor: Pärtel Tomberg, der wahre Bondora-Superheld

Bondora

Bondora feiert in diesem Monat seinen 14. Geburtstag. Und was liegt da näher, als den Gründer und CEO, Pärtel Tomberg, als unseren nächsten Bondora-Superhelden vorzustellen. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr dazu, wie sich die Idee zu Bondora im Laufe der Zeit entwickelte, was die größten Lernkurven für unseren Gründer und CEO waren und was die Kollegen über ihn zu sagen haben:

Bondora-Superhelden Nummer 19 — Pärtel Tomberg

👱🏼‍♂️ Bei Bondora seit: 2008

💡   Tätigkeit: CEO

🚀 Team: Bondora

Wie entstand die Idee zu Bondora?

Ich trage schon seit vielen Jahren diese Idee in mir, eigentlich schon seit meiner Schulzeit. Den Anstoß dazu gab ein Mädchen, das mich eingeladen hatte, sie auf ihrer Reise in die Türkei zu begleiten. Für die Finanzierung dieser Reise musste ich mir Geld borgen, und mindestens zehn meiner Freunde unterstützen mich dabei glücklicherweise. Ich hatte allen versprochen, dass ich das geborgte Geld innerhalb eines Monats zurückzahlen würde. Die Reise war super, und mit dem Prozess, Geld zu verdienen, um es meinen Freunden zurückzahlen zu können, startete ich meine Karriere.

2007 dann studierte ich im Vereinigten Königreich. Die erste Bank in diesem Land ging gerade pleite. Uns wurde schnell klar, dass Privatkredite, deren Beantragung und Bewilligung im herkömmlichen Bankensystem bereits sehr lange dauerte, aufgrund der Krise bald stark eingeschränkt werden würden. Wir haben auch erkannt, dass die herkömmlichen Finanzprodukte, die an Privatinvestoren verkauft werden, sehr schwer zu überblicken sind und dass ein hohes Risiko damit verbunden ist.

Schließlich haben wir die Idee, die bereits viele Jahre zuvor entstanden war, mit der aktuellen Marktsituation und der Technologie kombiniert, sodass wir einen vollständigen Onlinedienst bereitstellen konnten. 2008 starteten wir die BETA-Version unseres Marktplatzes und veröffentlichten sie 2009.

Ursprünglich hatten wir uns auf Estland konzentriert mit dem Plan, die Geschäftstätigkeiten nach Schweden und Finnland mit länderbasierten Websites auszubauen. Später jedoch erkannten wir, dass es eine weltweite Nachfrage nach unserer Plattform gab. So haben wir begonnen, unser Angebot auszudehnen und es für Menschen in ganz Europa und darüber hinaus verfügbar zu machen. Wir sind sehr gespannt, was die Zukunft bringt.

Was ist die bedeutendste Lektion, die du in den letzten 14 Jahren gelernt hast?

Ich denke, das Agile Manifesto fasst gut meine Haupterkenntnisse zusammen: Menschen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Tools. Oder anders gesagt: Prozesse sind weniger wichtig als Menschen. Wenn du die richtigen Leute gewinnst, ergibt sich alles andere von selbst. Wenn dies nicht gegeben ist, kannst du über die besten Prozesse und Tools verfügen. Aber ohne die richtigen Leute, die wissen, was zu tun ist, wird dir das wenig nützen.

Wann wurde dir klar, dass Bondora erfolgreich ist?

Bis Ende 2011 war ich noch mit meinem damaligen Vollzeitjob beschäftigt. Es gab Entwicklungen bei Bondora, jedoch nur sehr langsame. Mein Mitgründer Martin (der die Technologie entwickelte) und ich kamen zu dem Schluss, dass wir unsere Einsätze entweder erhöhen oder zurückfahren sollten. Für etwa zwölf Monate haben wir viel für das Unternehmen und auch auf persönlicher Ebene gemacht. Dadurch haben wir Motivation und auch Zeit gewonnen, um uns zu fokussieren und Dinge in die Tat umzusetzen.

Im Oktober 2012 schließlich brachten wir das Produkt auf den Markt, von dem wir so lange geträumt hatten: eine globale Plattform für Investoren, die – zu diesem Zeitpunkt – in estnische Anlageklassen investieren konnten. Darüber hinaus haben wir begonnen, die Kreditrisikobewertungen selbst vorzunehmen, anstatt dies den Investoren zu überlassen. Und dann konnten wir endlich loslegen: Es bestand eine Nachfrage nach Krediten und ein Angebot an Kapital. Und da war es klar, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen.

Was war dein größtes Missgeschick?

Dies steht auch im Zusammenhang mit meiner größten Lernkurve: es verpasst zu haben, die richtigen Leute mit dem richtigen Charakter und den passenden Eigenschaften schnell genug zu gewinnen, um alle anfallenden Arbeiten pünktlich abschließen zu können. Wir haben in einigen Bereichen zu früh ins Wachstum investiert, bevor wir das passende Produkt und die passenden qualifizierten Mitarbeiter hatten.

Wenn du die richtigen Leute gewinnen kannst, ergibt sich alles andere von selbst. –  Pärtel Tomberg
Wenn du die richtigen Leute gewinnen kannst, ergibt sich alles andere von selbst. – Pärtel Tomberg

Wie sieht ein ganz normaler Tag bei Bondora für dich aus?

Mein Tag beginnt mit persönlichen Besprechungen mit verschiedenen Teammitgliedern. Dies dauert bis Mittag, und danach konzentriere ich mich auf die wichtigsten Angelegenheiten, die aktuell anstehen. Ich versuche, ein Zeitfenster von vier bis sechs Stunden täglich freizuhalten, das nicht durch routinemäßige Aufgaben angefüllt ist.

Was ist der für dich beste Aspekt deiner Arbeit?

Zu sehen, wenn mein Team erfolgreich ist. Besonders bei Dingen, bei denen ich nicht beteiligt war.

Was ist dein bevorzugter Bondora-Wert?

Ein Team – dass alle zusammen auf das Gesamtziel von Bondora hinarbeiten und nicht jeder einzeln.

Wenn du noch einmal studieren könntest, was dich in deiner Position als CEO unterstützen würde – was wäre das?

Ich habe vor, diesen Sommer in Stanford einen zweiwöchigen Kurs zu besuchen. Dabei geht es darum, CEOs beim effektiven Wachstum ihrer Unternehmen zu unterstützen.

Was ist dein bester Investmenttipp?

Mein gesamtes persönliches Vermögen ist an Bondora gebunden, entweder durch Anteile am Unternehmen oder durch Go & Grow. Daher würde ich denken, dass Bondora eine hervorragende Investitionsmöglichkeit ist.

Ein Tipp für ein Buch oder einen Podcast, das oder den deine Kollegen auf keinen Fall verpassen sollten?

Dies sind die drei Bücher, die ich am häufigsten meinen Kollegen geschenkt habe:

  1. High Output Management von Andy Grove
    1. Radical Focus von Christina Wodtke
    1. High Growth Handbook von Elad Gil


Alle drei Bücher sind perfekt für alle, die mit Pesonalverwaltung zu tun haben, unabhängig von der Größe des Teams und ob es sich um ein Unternehmen, um gemeinnützige Organisationen oder öffentliche Einrichtungen handelt.

Und das sagen die Bondora-Mitarbeiter über Pärtel:

Helena Joamets – Chief People Officer

„Was mich in Hinblick auf Pärtel am meisten motiviert, ist die Möglichkeit, bei neuen Dingen rasch jede Menge hinzuzulernen, während gleichzeit etwas Großartiges entsteht. In der Zusammenarbeit mit ihm hast du die Chance, in einem Jahr so viel zu lernen, was in anderen Unternehmen Jahre dauern würde. Außerdem ist sein Bestreben, Dinge fertigzustellen, wirklich ansteckend.“


Martha Skirta – Head of Legal & Compliance

„Pärtel hat dieses wunderbare Unternehmen aufgebaut, in dem man sich nicht nur wie ein Mitarbeiter, sondern wie ein Familienmitglied fühlt. Das allein ist schon sehr wertvoll. Du bekommst von ihm die Möglichkeiten, erfolgreich zu sein, und unterstützt dich auf der Suche nach dem richtigen Weg, wenn du für die Herausforderung und die Übernahme von Verantwortung bereit bist.“

Kairo Kraaner – Chief Marketing Officer

„Wenn ich Pärtel in einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen, dass er ein ungewöhnlicher Unternehmer mit manchmal etwas verrückten Idee ist, der sich nicht scheut, Risiken einzugehen und zu experimentieren, um erfolgreich zu sein.“ Er ist fordernd, aber auch unglaublich unterstützend, sodass du dich eigentlich jeden Tag weiter entwickeln und eine bessere Version deines eigenen Ichs werden möchtest.“


Kaarel Roben – Engineering Team Lead

„Der lohnendste Aspekt bei der Zusammenarbeit mit Pärtel ist seine Haltung. Wenn etwas schiefgeht, wird man nicht dafür getadelt, sondern man kann aus seinen Fehlern lernen und sich so verbessern.“

Pärtel und seine Frau sind im Sommer oft unterwegs.
Pärtel und seine Frau sind im Sommer oft unterwegs.

Und hier noch einige private Fragen …

Wenn du die Möglichkeit hättest, welchen Ratschlag würdest du deinem jüngeren Ich geben?

Stelle mehr Fragen und höre mehr zu.

Sollte Ananas auf Pizza erlaubt sein?

Warum nicht – es gibt für mich keinen Grund, beim Essen immer nur konsequent zu sein. Andernfalls würden wir wahrscheinlich noch ähnliche Ernährungsgewohnheiten wie unsere Vorfahren haben.

Was ist deine Lieblingsserie?

Ich vermeide es, TV-Serien anzusehen, da sie ein enormer Zeitfresser sind. Dies gilt besonders in Zeiten von Netflix und Co., wo man alle 55 Staffeln in kürzester Zeit ansehen kann. Eine Serie allerdings, die ich meinem Team empfehlen würde, ist Silicon Valley, insbesondere die ersten paar Staffeln.

Welche App auf dem Handy nutzt du am häufigsten?

WhatsApp – ich nutze mein Handy hauptsächlich zum Kommunizieren und Lesen, sodass ich kaum andere Apps verwende. Ich versuche, mein Handy außerhalb der Arbeitszeiten so wenig wie möglich zu verwenden.

Wie oft musst du auf die Schlummertaste deines Weckers drücken? Oder wachst du am Morgen von allein auf?

Als meine Kinder kleiner waren, habe ich meistens geschlafen, bis ich von allein aufgewacht bin. Ich hatte nie Termine am Morgen und habe vieles spät am Abend erledigt. Jetzt muss ich jedoch meine Kinder in den Kindergarten bringen, und damit musste ich auch meinen Tagesrhythmus anpassen. Ich wache jeden Morgen um acht auf, meistens ein paar Minuten, bevor der Wecker klingelt.

Was würdest du gerne tun, hast aber Angst davor?

Bungee-Jumping.

Hast du Hobbys?

Ich verbringe den Großteil meiner freien Zeit mit meiner Familie. Wir versuchen, im Frühjahr und Sommer jedes Wochenende einen Ausflug zu machen, aber in letzter Zeit sind wir meistens zuhause geblieben. Ich spiele auch zweimal pro Woche Fußball.

Zu guter Letzt: Was ist dein Lebensmotto?

Ich habe tatsächlich keins. Ich versuche, mein Leben so zu leben, dass ich später nicht so viel bereuen muss, bestimmte Sachen verpasst zu haben (mit Ausnahme von Bungee-Jumping, was ich mir für später aufhebe).

Vielen Dank, dass Sie diesen ganz besonderen Blogbeitrag gelesen haben. Wir freuen uns schon, Ihnen im April unseren 20. Bondora-Superhelden vorstellen zu können.

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die Ansichten und Meinungen einer Einzelperson und entsprechen nicht der offiziellen Ansicht von Bondora.